Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe

Otto Hofmann

im RuSHA-Prozess zu fünfundzwanzig Jahren Haft verurteilt; 1954 entlassen 1896–1982

Otto Hofmann war Leiter des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes (RuSHA). Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (dem Reich angegliederte Gebiete und besetztes Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.

GermanisierungVertreibungenTrennung von FamilienRassische Verfolgung

Gesicherte Befunde

  • Hofmann leitete das RuSHA, die SS-Dienststelle für rassenpolitische Begutachtung und Siedlungsangelegenheiten.
  • Die Dienststelle beteiligte sich an rassenpolitischen Auswahlen, die Bevölkerungen und Kinder in angegliederten und besetzten polnischen Gebieten betrafen.
  • Der RuSHA-Prozess verurteilte ihn wegen seiner Rolle bei Germanisierung, Zwangsmaßnahmen der Bevölkerungspolitik und damit verbundenen Verbrechen.

Stellung in der Verantwortungskette

Hofmanns Verantwortung lag in den Kriterien und der institutionellen Maschinerie der Rassenauswahl, die Vertreibung, Germanisierung und die Wegnahme von Kindern stützte. Das umfassendere System der Kinderverschleppung umfasste mehrere Dienststellen und kann nicht auf das RuSHA allein reduziert werden.

Zentrale Ereignisse und Mechanismen

  • Als RuSHA-Chef leitete er eine Dienststelle, die SS-Rassen- und Siedlungspolitik anwandte.
  • RuSHA-Begutachtungen wurden bei der Auswahl von Menschen und Kindern für Germanisierungsmaßnahmen verwendet.
  • Ein US-amerikanisches Tribunal verurteilte Hofmann im RuSHA-Prozess zu fünfundzwanzig Jahren Freiheitsstrafe.
Keine Rangliste nach Opferzahlen

Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.

Aufarbeitung nach 1945

Hofmanns Haftstrafe wurde bei Strafüberprüfungen verkürzt, und er wurde 1954 entlassen. Er lebte bis 1982.

Grenzen der Quellenlage

Das Profil muss Hofmanns RuSHA-Amtszeit von seinen späteren Posten trennen. Die Verantwortung für Entführung und Germanisierung von Kindern war auf RuSHA, RKFDV, VoMi, Wohlfahrts- und Polizeiinstitutionen verteilt.

Quellen

Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.