Glossar der Institutionen, Aktionen und Rechtsbegriffe
Dieses Glossar erläutert Institutionen des nationalsozialistischen Terrorapparats, Tarnnamen verbrecherischer Aktionen und die Rechtsbegriffe, mit denen diese Taten später beschrieben wurden. Bezeichnungen wie „Endlösung“, „Kristallnacht“, „Euthanasie“ oder „Bandenbekämpfung“ stammen aus der Sprache der Täter. Sie werden ausschließlich als historische Quellenbegriffe wiedergegeben und kritisch eingeordnet.
Jeder Profilverweis führt in die vollständige deutsche Ausgabe und bewahrt den kanonischen Quellensatz sowie die benannten Grenzen der Beleglage.
- „Aktion Reinhardt“
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1942–1943
Tarnname der deutschen Mordaktion gegen die Jüdinnen und Juden des Generalgouvernements und des Bezirks Białystok 1942–1943. Odilo Globocnik leitete sie im Auftrag Heinrich Himmlers; Christian Wirth beaufsichtigte die Tötungsstätten, Franz Stangl war Kommandant von Sobibór und später Treblinka. Schätzungen gehen von etwa 1,7 bis 1,8 Millionen in Bełżec, Sobibór und Treblinka ermordeten Menschen aus, weit überwiegend polnischen Jüdinnen und Juden.
Verknüpfte Personen: Odilo Globocnik · Heinrich Himmler · Christian Wirth · Franz Stangl
- „Aktion T4“
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1939–1941
Tarnname für den Massenmord an Menschen mit Behinderungen und Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen im Deutschen Reich. Adolf Hitler ermächtigte das von Philipp Bouhler und Karl Brandt organisierte Programm. In der zentral gesteuerten Phase wurden etwa 70.000 Menschen vergast oder durch Injektionen getötet; die NS-Propaganda verschleierte die Morde als „Euthanasie“. Personal und Methoden der „T4“ wurden später für die „Aktion Reinhardt“ eingesetzt.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler · Philipp Bouhler · Karl Brandt
- Entnazifizierung
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seit 1945
Der 1945 von den Alliierten begonnene Prozess, nationalsozialistische Strukturen aus dem öffentlichen Leben Deutschlands und Österreichs zu entfernen. Dazu gehörten die Auflösung der NSDAP und ihrer Gliederungen, die Überprüfung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst sowie die Verfolgung von Tätern. Die Entnazifizierung blieb unvollständig: Viele Täter entgingen einer Strafe, kehrten in ihre Berufe zurück oder flohen vor der Justiz.
Verknüpfte Personen: Josef Mengele
- Einsatzgruppen
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1939–1945
Mobile Verbände der Sicherheitspolizei und des SD unter dem Reichssicherheitshauptamt. Sie verübten ab 1939 im besetzten Polen und nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 in den besetzten Ostgebieten Massenerschießungen. Zu ihren Opfern gehörten mehr als eine Million Jüdinnen und Juden sowie Roma, Angehörige der polnischen Eliten, Psychiatriepatienten und sowjetische Kriegsgefangene.
Verknüpfte Personen: Otto Ohlendorf · Paul Blobel
- Gauleiter
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1925–1945
Leiter eines Parteigaus der NSDAP, Hitler unmittelbar unterstellt und häufig die beherrschende politische Autorität seines Gebiets. In den dem Reich völkerrechtswidrig einverleibten polnischen Gebieten betrieben Arthur Greiser im Wartheland und Albert Forster in Danzig–Westpreußen Germanisierung, Massenvertreibungen und Hinrichtungen. Beide wurden nach dem Krieg in Polen zum Tode verurteilt.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser · Albert Forster
- Generalgouvernement
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1939–1945
Deutsche Besatzungsverwaltung, die im Oktober 1939 in den nicht förmlich annektierten Gebieten Zentral- und Südostpolens eingerichtet wurde. Hans Frank war Generalgouverneur, Friedrich-Wilhelm Krüger Höherer SS- und Polizeiführer. Das Gebiet wurde zum Schauplatz von Massenterror, Raub, Ausbeutung, Ghettos und den Tötungsstätten der „Aktion Reinhardt“.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger
- Gestapo
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1933–1945
Die Geheime Staatspolizei war die politische Polizei des NS-Staats und ab 1939 Amt IV des Reichssicherheitshauptamts unter Heinrich Müller. Sie betrieb Überwachung, Verhaftungen und Folter und verfügte Einweisungen in Konzentrationslager. Das Referat IV B 4 unter Adolf Eichmann organisierte Deportationen von Jüdinnen und Juden in die Tötungsstätten. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte die Gestapo im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Heinrich Müller · Adolf Eichmann
- Ghetto
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1939–1944
Ein zwangsweise abgegrenzter Stadtbezirk, in dem die deutschen Besatzungsbehörden Jüdinnen und Juden unter Bedingungen extremer Enge, des Hungers und des Terrors einsperrten. Ghettos waren Teil des Holocaust: Die Eingeschlossenen wurden vor Ort ermordet oder in Tötungsstätten deportiert. Die Verwaltung der Ghettos verband Zwangsarbeit und systematischen Raub mit dem Vernichtungsprozess.
Verknüpfte Personen: Hans Biebow
- HSSPF — Höherer SS- und Polizeiführer
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1937–1945
Höhere SS- und Polizeiführer waren Himmlers ranghohe Beauftragte in einem Gebiet und koordinierten dort die verschiedenen Zweige von SS und Polizei. Sie gehörten zu den zentralen Organisatoren von Massenerschießungen, Deportationen und sogenannten Befriedungsaktionen. Friedrich Jeckeln leitete Massaker in der Ukraine und in Lettland; Friedrich-Wilhelm Krüger und Wilhelm Koppe beaufsichtigten den Terrorapparat in den besetzten polnischen Gebieten.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Friedrich Jeckeln · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe
- NS-Staat („Drittes Reich“)
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1933–1945
Der deutsche Staat unter der Diktatur Adolf Hitlers und der NSDAP von 1933 bis 1945. Das rassistische und antisemitische Regime entfesselte den Zweiten Weltkrieg und beging Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. „Drittes Reich“ war eine politische Selbstbezeichnung und wird hier nur als historischer Quellenbegriff verwendet.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler
- Reichsgau Wartheland
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1939–1945
Ein 1939 aus völkerrechtswidrig annektierten westpolnischen Gebieten gebildeter Verwaltungsbezirk unter Gauleiter Arthur Greiser. Er wurde zum Experimentierfeld der Germanisierung durch Vertreibung, Hinrichtungen von Angehörigen der polnischen Intelligenz und Geistlichkeit, Zwangsarbeit und Judenverfolgung. Im Gebiet lagen das Ghetto Łódź und die Tötungsstätte Kulmhof bei Chełmno nad Nerem.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser
- Völkermord (Genozid)
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Begriff geprägt 1944
Eine Tat in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Der polnisch-jüdische Jurist Raphael Lemkin prägte 1944 den Begriff genocide; die Vereinten Nationen kodifizierten ihn 1948 in der Völkermordkonvention. Der Holocaust und der Völkermord an Roma und Sinti sind zentrale Beispiele nationalsozialistischer Genozide.
Verknüpfte Personen: Arthur Greiser · Rudolf Höss
- IMG — Internationaler Militärgerichtshof
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1945–1946
Gericht der vier alliierten Mächte, das 1945–1946 in Nürnberg gegen führende deutsche Kriegsverbrecher wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelte. Es verhängte zwölf Todesurteile, eines davon in Abwesenheit, und erklärte unter festgelegten Voraussetzungen das Führungskorps der NSDAP, SS, SD und Gestapo zu verbrecherischen Organisationen. Das Urteil wurde zu einer Grundlage des modernen Völkerstrafrechts.
Verknüpfte Personen: Hermann Göring · Joachim von Ribbentrop · Wilhelm Keitel · Ernst Kaltenbrunner · Hans Frank · Alfred Rosenberg · Julius Streicher · Arthur Seyss-Inquart · Martin Bormann
- Oberstes Nationales Tribunal Polens
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1946–1948
Polnisches Gericht, das von 1946 bis 1948 gegen von den Alliierten an Polen ausgelieferte deutsche Täter verhandelte. Es verurteilte unter anderem Rudolf Höss, Arthur Greiser, Albert Forster und Amon Göth zum Tode. Seine Rechtsprechung gehörte zu den frühen gerichtlichen Anwendungen des Genozidbegriffs.
Verknüpfte Personen: Rudolf Höss · Arthur Greiser · Albert Forster · Amon Göth
- NMT — Nürnberger Nachfolgeprozesse
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1946–1949
Zwölf Verfahren vor US-amerikanischen Militärgerichten in Nürnberg von 1946 bis 1949. Sie untersuchten einzelne Bereiche des Verbrechensapparats, darunter Ärzte, Juristen, Ministerien, Industrielle, militärische Befehlshaber, Einsatzgruppen und die SS-Wirtschaftsverwaltung. Die Prozesse dokumentierten die Beteiligung professioneller und bürokratischer Eliten an den NS-Verbrechen.
Verknüpfte Personen: Karl Brandt · Karl Gebhardt · Otto Ohlendorf · Paul Blobel · Oswald Pohl
- Novemberpogrome 1938 („Kristallnacht“)
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9.–10. November 1938
Staatlich organisierte Pogrome gegen Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich und in Österreich am 9. und 10. November 1938. Mehr als tausend Synagogen wurden zerstört oder beschädigt, Tausende Geschäfte und Wohnungen verwüstet, mindestens 91 Menschen ermordet und etwa 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt. Die Bezeichnung „Kristallnacht“ verharmlost die Gewalt und wird hier nur kritisch zitiert.
Verknüpfte Personen: Joseph Goebbels
- NSDAP
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1920–1945
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei unter Adolf Hitler. Ab 1933 war sie die einzige zugelassene Partei in Deutschland; ihre rassistische und antisemitische Ideologie wurde staatliches Programm. Martin Bormann leitete die Parteikanzlei. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte das politische Führungskorps der NSDAP im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Adolf Hitler · Martin Bormann
- Konzentrationslager und Tötungsstätte
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1933–1945
Konzentrationslager dienten der Inhaftierung, Terrorisierung und Ausbeutung durch Zwangsarbeit; Hunderttausende starben durch Mord, Hunger, Krankheit und Entkräftung. Kulmhof, Bełżec, Sobibór und Treblinka wurden eigens für den unmittelbaren Massenmord, vor allem an Jüdinnen und Juden, errichtet. Auschwitz-Birkenau und Majdanek verbanden Funktionen eines Konzentrationslagers mit massenhafter Tötung. Diese institutionellen Kategorien dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Verknüpfte Personen: Theodor Eicke · Richard Glücks · Rudolf Höss
- „Endlösung der Judenfrage“
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1941–1945
Bürokratischer Tätereuphemismus des NS-Regimes für den Plan, die europäischen Jüdinnen und Juden zu ermorden. Reinhard Heydrich koordinierte im Januar 1942 auf der Wannsee-Konferenz die ressortübergreifende Umsetzung; Adolf Eichmanns Referat im RSHA organisierte die Deportationslogistik. Massenerschießungen, Ghettos und Tötungsstätten waren miteinander verbundene Mittel des Völkermords.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Adolf Eichmann
- RSHA — Reichssicherheitshauptamt
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1939–1945
Das 1939 gegründete Reichssicherheitshauptamt vereinte Gestapo, Kriminalpolizei und SD. Unter Reinhard Heydrich und später Ernst Kaltenbrunner war es eine zentrale Befehlsstelle des NS-Terrors und des Holocaust. Ihm unterstanden die Einsatzgruppen; zugleich gehörte Eichmanns Deportationsreferat zu seiner Struktur.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Ernst Kaltenbrunner
- SA
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1921–1945
Die Sturmabteilung war die paramilitärische Organisation der NSDAP. Ihr Straßenterror trug zum Aufstieg der Nationalsozialisten bei; nach 1933 beteiligten sich SA-Angehörige an antijüdischen Boykotten, frühen provisorischen Lagern und den Novemberpogromen 1938. Nach der Ermordung eines großen Teils ihrer Führung 1934 verlor die SA gegenüber der SS an Macht.
Verknüpfte Personen: Oskar Dirlewanger · Julius Streicher
- SD — Sicherheitsdienst des Reichsführers SS
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1931–1945
Der Sicherheitsdienst war der unter Reinhard Heydrich aufgebaute Nachrichtendienst der SS und wurde 1939 in das Reichssicherheitshauptamt eingegliedert. Seine Mitarbeiter überwachten die Gesellschaft, bestimmten Zielgruppen der Verfolgung und besetzten Führungsstellen der Einsatzgruppen. Der Internationale Militärgerichtshof erklärte den SD im vom Urteil bestimmten Umfang zur verbrecherischen Organisation.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Otto Ohlendorf
- SS
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1925–1945
Die Schutzstaffel unter Heinrich Himmler entwickelte sich von einer Parteigarde zu einem Machtkomplex, der Polizei, Nachrichtendienste, das Konzentrationslagersystem und bewaffnete Verbände kontrollierte. Sie war ein Hauptinstrument von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. RSHA, WVHA, Wachmannschaften der Lager und Waffen-SS gehörten zu diesem institutionellen Gefüge.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler
- WVHA — SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt
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1942–1945
Das 1942 unter Oswald Pohl gebildete Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt verwaltete das Konzentrationslagersystem, beutete die Zwangsarbeit der Häftlinge aus und verarbeitete geraubtes Eigentum der Opfer. Pohl wurde im WVHA-Prozess, einem Nürnberger Nachfolgeprozess, zum Tode verurteilt.
Verknüpfte Personen: Oswald Pohl
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit
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1945 kodifiziert
Eine in der Charta des Internationalen Militärgerichtshofs von 1945 kodifizierte Rechtskategorie. Sie umfasste Mord, Ausrottung, Versklavung, Deportation und Verfolgung der Zivilbevölkerung aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen. Neben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen den Frieden ermöglichte sie die strafrechtliche Erfassung systematischer staatlicher Gewalt, auch gegen die eigene Bevölkerung.
- Intelligenzaktion
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1939–1940
Sammelbezeichnung für deutsche Verfolgungs- und Mordaktionen gegen polnische politische, gesellschaftliche, religiöse und berufliche Eliten 1939–1940. Regionale Einheiten von Sicherheitspolizei und SD, SS, Polizei und Volksdeutschem Selbstschutz führten Verhaftungen und Massenmorde durch.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Bruno Streckenbach · Albert Forster · Arthur Greiser · Hans Frank · Werner Best · Lothar Beutel · Ernst Damzog · Udo von Woyrsch · Rudolf Tröger · Emanuel Schäfer
Quellen: przystanekhistoria.pl · encyclopedia.ushmm.org
- Unternehmen Tannenberg
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1939
Eine vor dem Überfall auf Polen vorbereitete Operation des Sicherheitsapparats zur Erfassung, Fahndung, Festnahme und Ausschaltung von Menschen, die als Gegner der deutschen Besatzung eingestuft wurden. Sie bildete einen operativen Rahmen für den Einsatz der Einsatzgruppen 1939.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Heinrich Himmler · Bruno Streckenbach · Werner Best · Lothar Beutel · Ernst Damzog · Udo von Woyrsch · Emanuel Schäfer
Quellen: poznan.ipn.gov.pl · edukacja.ipn.gov.pl
- Sonderfahndungsbuch Polen
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vor 1939 erstellt; 1939–1940 verwendet
Eine vor dem Krieg angelegte Liste von Menschen, nach denen der deutsche Sicherheitsapparat nach dem Überfall auf Polen fahnden und die er verfolgen wollte. Sie war kein Gerichtsurteil, sondern eine operative Proskriptionsliste der Besatzungsmacht.
Verknüpfte Personen: Reinhard Heydrich · Bruno Streckenbach · Werner Best · Rudolf Tröger · Friedrich Class
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · archiwum.ipn.gov.pl
- Intelligenzaktion Pommern
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1939–1940
Ein regionaler Komplex von Vernichtungsaktionen in Pommern 1939–1940. Einsatzkommando 16, SS-Verbände, Volksdeutscher Selbstschutz und Polizei führten sie unter Verantwortung der Bezirksbehörden durch.
Verknüpfte Personen: Albert Forster · Bruno Streckenbach · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Richard Hildebrandt · Rudolf Tröger · Friedrich Class · Kurt Eimann
Quellen: przystanekhistoria.pl · muzeumpiasnickie.pl
- AB-Aktion (Außerordentliche Befriedungsaktion)
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1940
Außerordentliche Repressionsaktion im Generalgouvernement gegen polnische Eliten und Milieus, denen die Besatzer die Fähigkeit zur Organisation von Widerstand zuschrieben. Zivilverwaltung, Sicherheitspolizei und SD sowie weitere Polizeikräfte setzten sie um.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger · Ludwig Fischer · Wilhelm Koppe · Josef Meisinger · Ludwig Hahn · Otto Wächter · Max Daume
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · palmiry.muzeumwarszawy.pl
- Volksdeutscher Selbstschutz
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1939–1940
Eine aus örtlichen ethnischen Deutschen gebildete paramilitärische Formation unter SS- und Polizeiführung. Sie beteiligte sich besonders in Pommern und Großpolen an Verhaftungen, Raub und Massenmorden an der polnischen Zivilbevölkerung.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Albert Forster · Arthur Greiser · Richard Hildebrandt · Udo von Woyrsch
Quellen: przystanekhistoria.pl · muzeumpiasnickie.pl
- Massenerschießungsstätten von Piaśnica
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1939–1940
Ein Komplex von Hinrichtungsorten in den Wäldern von Piaśnica. Er bildete einen lokalen Knotenpunkt zwischen Einsatzkommando 16, SS-Wachsturmbann Eimann, Volksdeutschem Selbstschutz, Polizei und Bezirksbehörden.
Verknüpfte Personen: Albert Forster · Ludolf-Hermann von Alvensleben · Bruno Streckenbach · Richard Hildebrandt · Rudolf Tröger · Friedrich Class · Kurt Eimann
Quellen: muzeumpiasnickie.pl · konferencja.isppan.waw.pl
- Massenerschießungsstätte Palmiry
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1939–1941
Ort der Ermordung politischer Gefangener und Angehöriger polnischer Eliten aus dem Distrikt Warschau. Die Erschießungen standen in engem Zusammenhang mit der AB-Aktion und dem Gefängnisapparat des Pawiak.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Ludwig Fischer · Friedrich-Wilhelm Krüger · Josef Meisinger · Ludwig Hahn · Walter Stamm
Quellen: palmiry.muzeumwarszawy.pl · ofiary.ipn.gov.pl
- „Befriedungsaktionen“ gegen polnische Dörfer
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1939–1945
Wiederkehrende Besatzungspraxis, bei der Polizei, Gendarmerie, SS und militärische Einheiten Ortschaften umstellten, Bewohner selektierten und ermordeten, Gebäude niederbrannten, Eigentum raubten und Überlebende deportierten. Die Täter beriefen sich regelmäßig auf Partisanenbekämpfung oder Vergeltung.
Verknüpfte Personen: Friedrich-Wilhelm Krüger · Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Wilhelm Koppe · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Karl Essig · Fritz Katzmann
Quellen: eng.ipn.gov.pl · archiwum.ipn.gov.pl
- Kollektivhaftung und Geiselsystem
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1939–1945
Besatzungspraxis, Einzelne und ganze Gemeinschaften für Taten zu bestrafen, die sie nicht persönlich begangen hatten. Dazu gehörten Geiselnahmen, Vergeltungserschießungen, Deportationen und die Zerstörung von Eigentum.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe · Erich von dem Bach-Zelewski · Max Daume · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Fritz Katzmann
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · eng.ipn.gov.pl
- „Bandenbekämpfung“ als Deckmantel für Repression gegen Zivilisten
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1940–1945
Der Täterbegriff „Bandenbekämpfung“ verband tatsächliche Einsätze gegen bewaffnete Gruppen mit Kollektivrepressalien gegen Zivilisten, Dorfmassakern, Raub und Deportationen. Weil er Widerstand kriminalisierte und Gewalt gegen Nichtkombattanten verschleierte, muss er ausdrücklich als Quellensprache markiert werden.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Heinrich Himmler · Oskar Dirlewanger · Wilhelm Koppe · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Fritz Katzmann
Quellen: archiwum.ipn.gov.pl · przystanekhistoria.pl
- Vertreibungen aus der Region Zamość („Aktion Zamość“)
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1942–1943
Programm der Vertreibung, rassistischen Selektion, Trennung von Familien, Deportation und Ansiedlung Deutscher in der Region Zamość. SS, Polizei, Umwandererzentralstelle und Besatzungsverwaltung setzten es um.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Odilo Globocnik · Friedrich-Wilhelm Krüger · Konrad Meyer · Ulrich Greifelt · Hermann Krumey · Richard Wendler · Werner Lorenz · Otto Hofmann
Quellen: ipn.gov.pl · majdanek.eu · lekcja.auschwitz.org
- Massaker von Wola
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August 1944
Komplex von Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung des Warschauer Stadtteils Wola in den ersten Augusttagen 1944. Kampfgruppen der SS und Polizei sowie Hilfsformationen verübten die Morde während der Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Heinz Reinefarth · Alfred Spilker · Ludwig Hahn
Quellen: ipn.gov.pl · muzeumwarszawy.pl
- Verbrechen in Warschauer Krankenhäusern während des Aufstands
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August–September 1944
Kategorie für dokumentierte Morde an Patientinnen, Patienten und Personal sowie gewaltsame Vertreibungen aus Krankenhäusern in mehreren Warschauer Stadtteilen. Sie darf die Unterschiede zwischen einzelnen Tatorten, Einheiten und Befehlsketten nicht verwischen.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Oskar Dirlewanger · Heinz Reinefarth · Paul Otto Geibel · Bronislav Kaminski
Quellen: edukacja.ipn.gov.pl · encyclopedia.ushmm.org
- Dulag 121 Pruszków und die Vertreibung der Warschauer Bevölkerung
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August–Oktober 1944
Durchgangslager und zentraler Knotenpunkt für Vertreibung, Selektion und weitere Deportation der Einwohnerinnen und Einwohner Warschaus während und nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
Verknüpfte Personen: Erich von dem Bach-Zelewski · Ludwig Fischer · Fritz Sauckel · Paul Otto Geibel · Heinz Reinefarth · Max Frauendorfer
Quellen: encyclopedia.ushmm.org · eng.ipn.gov.pl
- Deutsche Sondergerichte in den besetzten polnischen Gebieten
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1939–1945
Netz deutscher Sondergerichte, die Besatzungsstrafrecht und Ausnahmeverfahren zur Repression der Bevölkerung einsetzten. Sie verhängten Todesurteile für von den Besatzern kriminalisierte Handlungen, darunter Hilfe für Jüdinnen und Juden.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Roland Freisler · Erwin Wester · Horst Neubauer
Quellen: totalitarianstudies.instytutpileckiego.pl · brill.com
- Ordnungspolizei und Besatzungsgendarmerie
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1939–1945
Uniformierte Polizei- und Gendarmeriestrukturen, die außerhalb der Großstädte die wichtigste territoriale Gewalt der Besatzer bildeten. Sie führten Razzien durch, bewachten Transporte, verübten Dorfmassaker und Hinrichtungen und sicherten Deportationen.
Verknüpfte Personen: Kurt Daluege · Friedrich-Wilhelm Krüger · Wilhelm Koppe · Max Daume · Herbert Böttcher · Gerulf Mayer · Karl Essig
Quellen: krakow.ipn.gov.pl · eng.ipn.gov.pl
- Raub und Zerstörung polnischen Kulturerbes
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1939–1945
Organisierte Beschlagnahme öffentlicher, kirchlicher und privater Sammlungen sowie Zerstörung von Kulturgütern. Sie diente sowohl der wirtschaftlichen Ausbeutung als auch der Germanisierungspolitik der Besatzer.
Verknüpfte Personen: Hermann Göring · Alfred Rosenberg · Hans Frank · Kajetan Mühlmann · Peter Paulsen
Quellen: ipn.gov.pl · czasopisma.ipn.gov.pl
- Zusammenwirken von Zivilverwaltung, SS, Polizei und Wehrmacht
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1939–1945
Analytisches Modell dafür, dass Besatzungsverbrechen durch den Austausch von Entscheidungen, Personal, Transportmitteln, Informationen und Schutzleistungen zwischen Institutionen ermöglicht wurden, nicht durch eine isolierte Organisation. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten dieser Institutionen bleiben dabei sichtbar.
Verknüpfte Personen: Hans Frank · Heinrich Himmler · Wilhelm Keitel · Friedrich-Wilhelm Krüger · Reinhard Heydrich · Werner Best · Otto Wächter · Richard Wendler · Alexander Löhr · Max Frauendorfer
Quellen: encyclopedia.ushmm.org · germangenocide.pl · nuremberg.law.harvard.edu
- Verschleppung zur Zwangsarbeit aus dem Generalgouvernement
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1939–1945
System aus Registrierung, Zwangsrekrutierung, Straßenrazzien, Transport und Zuweisung von Menschen zur Arbeit für das Reich. Zivile Arbeitsämter arbeiteten dabei mit Polizei und Distriktverwaltungen zusammen.
Verknüpfte Personen: Fritz Sauckel · Hans Frank · Hermann Göring · Max Frauendorfer · Richard Wendler · Otto Wächter
Quellen: bildung-ns-zwangsarbeit.de · nuremberg.law.harvard.edu
- „Rassische Überprüfung“ und Entzug von Kindern
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1939–1945
System zur Auswahl von Menschen, besonders Kindern, die SS-Dienststellen als zur „Eindeutschung“ geeignet einstuften. Es umfasste die Trennung von den Familien, die Änderung der Identität und die Unterbringung in deutschen Einrichtungen oder Familien. „Rassische Überprüfung“ und „Eindeutschung“ sind Täterbegriffe.
Verknüpfte Personen: Heinrich Himmler · Ulrich Greifelt · Konrad Meyer · Otto Hofmann · Werner Lorenz · Hermann Krumey
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · encyclopedia.ushmm.org · lekcja.auschwitz.org
- Regionale Gestapo-Dienststellen (Stapostelle / Stapoleitstelle)
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1939–1945
Regionale Dienststellen der Geheimen Staatspolizei, die Überwachung, Verhaftungen, Ermittlungen und Deportationen betrieben und Gefangene zur Hinrichtung oder in Lager überwiesen. Sie verbanden zentrale Weisungen des RSHA mit lokalen Repressionsapparaten; Rang und Zuständigkeit von Stapostelle und Stapoleitstelle waren nicht identisch.
Verknüpfte Personen: Otto Bradfisch · Helmut Bischoff · Max Grosskopf · Rudolf Mildner · Günter Fuchs · Hans Krüger
- Polizeistandgericht
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1941–1944
Organ der Sicherheitspolizei, das in beschleunigten Verfahren Urteile gegen Menschen fällte, die als Feinde der Besatzungsmacht eingestuft wurden. Sitzungen in Block 11 von Auschwitz endeten häufig mit der sofortigen Hinrichtung.
Verknüpfte Personen: Rudolf Mildner · Maximilian Grabner
- Politische Abteilung im KZ Auschwitz
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1940–1945
Die Lagergestapo war für Registrierung, Ermittlungen, Verhöre, Bekämpfung des Widerstands und Beteiligung an Hinrichtungen zuständig. Sie gehörte formal zur Sicherheitspolizei und arbeitete eng mit der Lagerkommandantur zusammen.
Verknüpfte Personen: Maximilian Grabner · Rudolf Mildner · Rudolf Höss
- Sonderkommando Lange
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1939–1941
Sondereinheit der Sicherheitspolizei unter Herbert Lange, die Patientinnen und Patienten psychiatrischer Einrichtungen im Wartheland ermordete. Personal und Erfahrungen der Einheit bildeten später einen Kern des Tötungsapparats in Kulmhof.
Verknüpfte Personen: Herbert Lange · Wilhelm Koppe · Arthur Greiser
- Polizeigefängnis Radogoszcz
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1939–1945
Deutsches Gefängnis im besetzten Łódź, geprägt von systematischer Gewalt, Folter und Todesfällen in Haft. Bei seiner Auflösung im Januar 1945 massakrierte das Personal Gefangene und setzte das Gebäude in Brand.
Verknüpfte Personen: Walter Pelzhausen · Otto Bradfisch
- „Werterfassung“ im Warschauer Ghetto
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1942–1943
Apparat zur Erfassung, Sortierung und Weiterleitung des Eigentums deportierter und ermordeter Bewohnerinnen und Bewohner des Warschauer Ghettos. Der Täterbegriff „Werterfassung“ verschleierte einen wirtschaftlichen und logistischen Bestandteil der Ghettozerstörung.
Verknüpfte Personen: Franz Konrad · Jürgen Stroop · Ludwig Hahn
- Hauptverwaltung der Bibliotheken im Generalgouvernement
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1940–1945
Besatzungsbehörde, die beschlagnahmte polnische und jüdische Buchbestände zentralisierte und über ihre Auswahl, Verlagerung und Nutzung durch deutsche Institutionen entschied.
Verknüpfte Personen: Gustav Abb · Hans Frank · Kajetan Mühlmann
- Sonderstrafrecht für Polen und Juden
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1941–1945
Eigenständige, extrem repressive Strafrechtsordnung in den dem Reich einverleibten polnischen Gebieten. Sie entzog Polen und Juden die Gleichheit vor dem Gesetz und weitete die Anwendung der Todesstrafe erheblich aus.
Verknüpfte Personen: Franz Schlegelberger · Otto Georg Thierack · Roland Freisler
- Bydgoszcz — militärische und polizeiliche Phasen des Terrors
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September–November 1939
Lokaler Fall, in dem aufeinanderfolgende Strukturen von Wehrmacht, Einsatzgruppen, Gestapo und Selbstschutz im Herbst 1939 ein verbundenes, institutionell jedoch gegliedertes System von Verhaftungen, Selektionen und Hinrichtungen bildeten. Die Besatzer bezeichneten Bydgoszcz als Bromberg.
Verknüpfte Personen: Walter Braemer · Jakob Lölgen · Rudolf Tröger
- Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanisławów
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1941–1944
Regionale Dienststelle der Sicherheitspolizei im Distrikt Galizien, beteiligt an Massenerschießungen, Ghettoisierung, Deportationen und der Vernichtung jüdischer Gemeinden. Stanisławów ist der damalige polnische Name; die Stadt heißt heute Iwano-Frankiwsk und liegt in der Ukraine.
Verknüpfte Personen: Hans Krüger · Fritz Katzmann · Otto Wächter
- Verwaltungskette des Ghettos Łódź
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1939–1944
Das Zusammenwirken von Regierungsbezirk, Stadtverwaltung, Ghettoverwaltung und Gestapo: von Errichtung und Abriegelung des Ghettos bis zu Ausbeutung, Raub und Deportationen nach Kulmhof. Der Begriff bezeichnet eine Kette unterschiedlicher Zuständigkeiten, nicht eine einzige Behörde.
Verknüpfte Personen: Friedrich Uebelhoer · Werner Ventzki · Hans Biebow · Otto Bradfisch · Günter Fuchs
- Wiederinbetriebnahme der Tötungsstätte Kulmhof
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März–Juli 1944
Wiederaufbau der Tötungsinfrastruktur durch das Sonderkommando Bothmann 1944 und erneute Deportation von Bewohnerinnen und Bewohnern des Ghettos Łódź, die in Gaswagen ermordet wurden.
Verknüpfte Personen: Hans Bothmann · Arthur Greiser · Otto Bradfisch · Günter Fuchs
- Sipo und SD im Bezirk Białystok
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1941–1943
Regionaler Apparat von Sicherheitspolizei und SD, in dem die KdS-Leitung, die Gestapo und die Judenreferate Polizeiverwaltung mit Repression gegen Zivilisten, Ghettoisierung und Deportationen verbanden. Der Begriff setzt eine übergeordnete Funktion nicht mit der persönlichen Ausführung aller Verbrechen unterstellter Formationen gleich.
Verknüpfte Personen: Wilhelm Altenloh · Fritz Gustav Friedel
Quellen: inwentarz.ipn.gov.pl · bialystok.ap.gov.pl
- Pawiak: Gefängnis, Vernehmung und Terror
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1939–1944
Gefängnis und Vernehmungsort, der dem deutschen Polizeiapparat in Warschau unterstellt war. Er verband Verhaftungen, Gewalt gegen Gefangene, Selektion und Hinrichtungen; ein Personenprofil beschreibt jeweils nur die dokumentierte Beteiligung der betreffenden Person.
Verknüpfte Personen: Franz Bürkl
Quellen: ipn.gov.pl · dzieje.pl
- Bydgoszcz: Parteiverwaltung und repressive Bekanntmachung
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1939–1940
Lokale Ebene, auf der Partei- und Stadtverwaltung Repression kommunizierten und legitimierten. Der Begriff hilft, Unterschrift und Verwaltungsfunktion von der Führung jeder ausführenden Formation zu unterscheiden.
Verknüpfte Personen: Werner Kampe
Quellen: inwentarz.ipn.gov.pl · ph.muzeum1939.pl
- Koordination von Sipo und Ghetto Łódź
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1940–1942
Schnittstelle von Gestapo, Besatzungsverwaltung und Ghetto Litzmannstadt, an der polizeiliche Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung abgestimmt wurden. Teilnahme an einer Besprechung oder ein Amt in einer Dienststelle gilt nicht als Beleg für die selbständige Erteilung aller Deportationsentscheidungen.
Verknüpfte Personen: Robert Schefe
Quellen: open.ifz-muenchen.de · lodz.ipn.gov.pl
- Sipo-/SD-Schule in Rabka und Dienststelle Nowy Sącz
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1940–1944
Regionale Glieder des Sicherheitsapparats im Distrikt Krakau: eine Außendienststelle, ein Gefängnis und eine Schule zur Ausbildung von Polizeikräften. Der Begriff zeigt den Zusammenhang von Ausbildung, Felddienst und dokumentierten lokalen Verbrechen, ohne jeder Person Taten der gesamten Institution zuzuschreiben.
Verknüpfte Personen: Heinrich Hamann · Wilhelm Rosenbaum
Quellen: inwentarz.ipn.gov.pl · archiwum.instytutpileckiego.pl
- System der Ausbildung und Zuweisung von Wachmännern in Trawniki
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1941–1944
Das SS-Ausbildungslager Trawniki bildete Hilfsformationen aus und wies sie zum Dienst in Ghettos, Arbeitslagern und Polizeieinsätzen zu. Die Verantwortung des Kommandanten betrifft die Führung dieses Glieds und ersetzt nicht die Individualisierung der Täter einzelner Handlungen.
Verknüpfte Personen: Karl Streibel
Quellen: archiwum.instytutpileckiego.pl · collections.yadvashem.org
- Bełżec und Sobibór: Kommando und Tötungstechnik
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1942–1943
Eine Kette der „Aktion Reinhardt“, in der Lagerkommando, Personal und die technische Inbetriebnahme von Vergasungsanlagen unterschiedliche Rollen waren. Der Begriff reduziert die Tötungsstätten nicht auf eine Person und schreibt keinem Personalmitglied alle Morde zu.
Verknüpfte Personen: Gottlieb Hering · Johann Niemann · Erich Fuchs
- Lublin: Erfassung, Transfer und finanzielle Verarbeitung des Eigentums der Opfer
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1942–1945
Die Erfassung und Weitergabe von den Opfern abgenommenen Wertsachen verband die Verwaltung der „Aktion Reinhardt“, den Transport der Werte und die Reichsbank. Ein Profil eines Verwaltungs- oder Bankmitarbeiters beschreibt eine konkrete Stufe von Aneignung und Umwandlung des Eigentums, nicht die unmittelbare Ausführung aller Morde, aus denen es stammte.
Verknüpfte Personen: Georg Wippern · Ernst Zörner · Emil Puhl
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · bundesbank.de
- Warschau–Poniatowa: Unternehmen und Zwangsarbeit
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1941–1943
Die Verlegung jüdischer Arbeitskräfte zwischen dem Warschauer Ghetto und den Betrieben in Poniatowa zeigt das Zusammenwirken von Privatunternehmen, Arbeitsverwaltung und Repressionsapparat. Daraus folgt nicht automatisch die Verantwortung eines Unternehmers für jede Lagerentscheidung.
Verknüpfte Personen: Walter Caspar Többens
Quellen: getto.pl · focke-museum.de
- Staatsanwaltschaftliche Kette der nationalsozialistischen Justiz
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1939–1945
Die Staatsanwaltschaft beim Volksgerichtshof und im Reichsjustizministerium wirkte daran mit, politische Repression in Anklagen, Strafanträge und Hinrichtungen zu überführen. Der Begriff unterscheidet Anklagefunktion, den Inhalt dokumentierter Handlungen und den Umfang konkreter gerichtlicher Entscheidungen.
Verknüpfte Personen: Ernst Lautz · Günther Joël
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · tile.loc.gov
- Regionale Befehlskette von Sipo und SD
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1939–1945
Ein Netz regionaler Kommandeure, Gestapo-Außenstellen und Abteilungen der Sicherheitspolizei setzte die Prioritäten des RSHA und der SS- und Polizeiführer in Verhaftungen, Standgerichtsverfahren, Deportationen und Hinrichtungen um. Der Knoten verbindet übergeordnete Ebenen, schreibt jedoch keinem Kommandeur sämtliche Handlungen unterstellter Dienststellen zu.
Verknüpfte Personen: Johannes Thümmler · Fritz Liphardt · Waldemar Macholl · Heinz Errelis · Wilhelm Haase · Walther Bierkamp · Helmut Tanzmann
Quellen: bundesarchiv.de · lublin.ipn.gov.pl · ruj.uj.edu.pl
- Kołomyja: Sipo-Außenstelle, Hinrichtungen und Deportationen
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1941–1943
Die Außenstelle von Sipo und SD in Kołomyja verband das regionale Kommando des KdS Lemberg mit Massenhinrichtungen, Selektionen und Deportationen nach Bełżec. Das Profil des Außenstellenleiters beschreibt Befehl und Aufsicht bei konkreten Aktionen, nicht automatisch jede Tat mobiler Gruppen.
Verknüpfte Personen: Peter Leideritz · Helmut Tanzmann · Hans Krüger
Quellen: czasopisma.ipn.gov.pl · wwv.yadvashem.org · degruyterbrill.com
- Łuków–Radzyń: Gestapo, Ghetto und Deportationspolizei
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1940–1943
Die Verwaltung jüdischer Angelegenheiten in der Gestapo-Außenstelle, Weisungen an den Judenrat, Requisitionen und Vorbereitungen zur Deportation trafen in Łuków mit Einheiten der Ordnungspolizei zusammen. Der Knoten trennt die Rolle eines Gestapo-Funktionärs von der Führung des Polizei-Bataillons 101 und der aus Lublin entsandten Formationen.
Verknüpfte Personen: Josef Bürger · Wilhelm Trapp · Julius Wohlauf
Quellen: bibliotekanauki.pl · duesseldorf.deutscher-koordinierungsrat.de · cejsh.icm.edu.pl
- Wiener Bürokratie von Selektion und Deportation
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1939–1943
Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung und die Sammellager verwandelten Registrierung, Zwang, Transportselektion und Vermögensentzug in einen regelmäßigen Deportationsmechanismus. Der Knoten unterscheidet Anton Brunner, bezeichnet als „Brunner II“, von Alois Brunner.
Verknüpfte Personen: Anton Brunner · Adolf Eichmann · Alois Brunner
Quellen: ausstellung.de.doew.at · collections.ushmm.org · hiko.univie.ac.at
- Reserve-Polizei-Bataillon 101: Führung und Kompanien
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1942–1943
Der Bataillonskommandeur und die Kommandeure seiner drei Kompanien bildeten getrennte Ebenen bei Vorbereitung und Ausführung von Massenhinrichtungen und Ghettoauflösungen im Distrikt Lublin. Die wirklichen Namen dieser Kommandeure sind unabhängig bestätigt und von den Pseudonymen zu unterscheiden, die Christopher R. Browning für andere Polizisten verwendete.
Verknüpfte Personen: Wilhelm Trapp · Julius Wohlauf · Hartwig Gnade · Wolfgang Hoffmann
Quellen: uni-bielefeld.de · zeitgeschichte-hamburg.de · junsv.nl
- Ordnungspolizei: Befehl, Meldung und Massenhinrichtung
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1941–1942
Befehle von Kommandeuren, Aufträge an Bataillone und Kompanien, Lagerbewachung, Massenerschießungen und spätere Meldungen bildeten eine polizeiliche Ausführungskette. Die Profile bewahren die Unterschiede zwischen der Weitergabe eines Befehls, der Führung einer Einheit, der Unterzeichnung einer Meldung, einem unmittelbaren Schuss und dem vom Gericht bewerteten Beweisumfang.
Verknüpfte Personen: Ernst Weis · Max Montua · Gerhard Riebel · Erich von dem Bach-Zelewski
Quellen: hspv.nrw.de · open.ifz-muenchen.de · bialystok.ipn.gov.pl
- Stutthof: Kommandantur, Zwangsarbeit, Vergasung und Evakuierung
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1942–1945
Die Kommandantur des Konzentrationslagers Stutthof verband die Leitung des Lagers und seines Außenlagernetzes mit Arbeitsausbeutung, Selektionen, Tötung in der Gaskammer und Vorbereitung der Evakuierung. Der Umfang der Verurteilung des Kommandanten wird nicht mit dem gesamten Katalog der Verbrechen des Personals und während der Todesmärsche gleichgesetzt.
Verknüpfte Personen: Paul Werner Hoppe · Richard Glücks · Rudolf Höss
Quellen: junsv.nl · stutthof.org · muzeum1939.pl
- Majdanek und Auschwitz: Kommandantur, Krematorien und Leichenbeseitigung
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1942–1944
Lagerkommandantur, Arbeitsverwaltung, Leitung eines Krematoriums und Aufsicht über Gefangenenkommandos zur Leichenbeseitigung waren getrennte Glieder des Lagerapparats. Der Knoten schreibt weder dem Krematoriumsleiter die Entscheidung zum Beginn jeder Hinrichtung noch einem Kommandanten jede Tat des unterstellten Personals zu.
Verknüpfte Personen: Arthur Liebehenschel · Erich Mußfeldt · Rudolf Höss · Maximilian Grabner
Quellen: majdanek.eu · auschwitz.org · academic.oup.com
- Sondergerichte, Feldgericht und staatsanwaltschaftliche Kette der Todesstrafe
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1939–1945
Sonder- und Feldgerichte sowie Besatzungsstaatsanwaltschaften setzten rassistisches und repressives Recht in Anklagen, Anträge auf Todesstrafe, Urteile und Hinrichtungen um. Das Profil jedes Juristen stützt sich auf konkrete Fälle und Entscheidungen, nicht auf die gesamte Tätigkeit eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft.
Verknüpfte Personen: Hellmuth Holland · Gerhard Pchalek · Kurt Bode · Franz Schlegelberger
Quellen: repozytorium.uwb.edu.pl · wnus.usz.edu.pl · iws.gov.pl
- RKFDV und RuSHA: Selektion, Vertreibung und Germanisierung von Kindern
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1940–1945
Zentrale Anweisungen des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums und rassische Begutachtungen des RuSHA verbanden Vertreibung, Klassifizierung der Bevölkerung, Wegnahme von Kindern und ihre Zuführung zur Germanisierung. Die Verantwortung in den Profilen ergibt sich aus eigenen Anweisungen der Personen und den Feststellungen des RuSHA-Prozesses, nicht allein aus ihrem SS-Rang.
Verknüpfte Personen: Rudolf Creutz · Fritz Schwalm · Ulrich Greifelt · Konrad Meyer
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · archives.gov · tile.loc.gov
- Flick-Konzern: Zwangsarbeit, Ausbeutung und Finanzierung der SS
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1939–1945
Eigentümer- und Managemententscheidungen im Schwerindustriekonzern verbanden das Bemühen um Zuweisung von Zwangsarbeitern, die Ausbeutung von Betrieben in besetzten Gebieten und regelmäßige Zahlungen an die SS. Der Knoten wahrt die Grenzen des Urteils und überträgt dem Eigentümer nicht jede Handlung jedes Betriebsleiters.
Verknüpfte Personen: Friedrich Flick · Fritz Sauckel · Carl Krauch · Alfried Krupp
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · encyclopedia.ushmm.org · deutsche-biographie.de
- OKW: Herstellung und Weitergabe verbrecherischer Befehle
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1939–1945
Die operativen, allgemeinen und rechtlichen Abteilungen des Oberkommandos der Wehrmacht überführten die politischen Ziele des Regimes in Weisungen zur Kriegsgerichtsbarkeit, zu Kriegsgefangenen und Kommandos, zur Übergabe von Gefangenen an die Sicherheitspolizei und zur Zwangsarbeit. Der Knoten unterscheidet bei einzelnen Befehlen Urheberschaft, Prüfung, Verteilung und Ausführung.
Verknüpfte Personen: Hermann Reinecke · Walter Warlimont · Rudolf Lehmann · Wilhelm Keitel · Alfred Jodl
Quellen: tile.loc.gov · nuremberg.law.harvard.edu · archives.gov
- Rückwärtige Heeresgebiete: Wehrmacht, Polizei und Verwaltung des Terrors
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1941–1944
Die Kommandos der rückwärtigen Heeresgebiete koordinierten die Sicherung des Hinterlandes, die Militärverwaltung und die Zusammenarbeit mit SS und Sicherheitspolizei. Befehle gegen Kriegsgefangene, Juden und vermeintliche Partisanen verbanden militärische Führung mit Massenhinrichtungen, Deportationen und Zwangsarbeit; das Profil eines Kommandeurs übernimmt jedoch nicht automatisch jedes Verbrechen unterstellter Einheiten.
Verknüpfte Personen: Georg-Hans Reinhardt · Karl von Roques · Max von Schenckendorff · Erich von dem Bach-Zelewski
Quellen: tile.loc.gov · ushmm.org · cambridge.org
- Pripjet 1941: SS-Kavallerie und Eskalation der Massenhinrichtungen
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Juli–August 1941
Einheiten der SS-Kavallerie-Brigade führten in Polesien Himmlers Befehle aus, die sich während der Operation zum systematischen Mord an der jüdischen Bevölkerung entwickelten. Meldungen, Feldbefehle und ein Nachkriegsurteil erlauben es, die zentrale Ebene, die Führung der Abteilung und die Ausführung der Erschießungen zu unterscheiden.
Verknüpfte Personen: Franz Magill · Heinrich Himmler · Erich von dem Bach-Zelewski
Quellen: junsv.nl · wwv.yadvashem.org · etheses.whiterose.ac.uk
- Balkan: Geiseln, Vergeltung und Besatzungsverwaltung
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1941–1944
Im besetzten Jugoslawien und Griechenland setzten militärische Führung, Zivilverwaltung und Polizei Geiselerschießungen, Vergeltungsmaßnahmen, Internierung und Deportation ein. Der Knoten zeigt die getrennten Befugnisse des Oberbefehlshabers im Südosten und des Verwaltungschefs in Serbien, ohne sämtliche Entscheidungen beider gleichzusetzen.
Verknüpfte Personen: Wilhelm List · Harald Turner · Franz Böhme
Quellen: tile.loc.gov · nuremberg.law.harvard.edu · encyclopaedia-gsr.eu
- Białystok: KdS, Gestapo und regionale Repressionskette
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1941–1944
Der Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD, die Gestapoleitung, das Judenreferat und die Abteilungen zur Bekämpfung des Widerstands bildeten getrennte Glieder des regionalen Apparats. Prozessakten erlauben die Zuordnung konkreter Entscheidungen, Deportationen und Hinrichtungen, statt eine Person mit allen Verbrechen des Bezirks zu belasten.
Verknüpfte Personen: Lothar Heimbach · Wilhelm Altenloh · Fritz Gustav Friedel · Waldemar Macholl
Quellen: inwentarz.ipn.gov.pl · bialystok.ap.gov.pl · bialystok.ipn.gov.pl
- Regionale Sipo und SD: Abfolge von Kommandos, Dienststellen und Stäben
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1939–1945
Die wechselnde Besetzung der Kommandos in Łódź, Kraków, Lublin, Riwne und Norwegen zeigt die Mobilität des Personals der Sicherheitspolizei und die Übertragung von Praktiken der Vernehmung, Hinrichtung, des Geiselterrors und der Liquidierung von Gefangenen. Jedes Profil wahrt seinen eigenen zeitlichen und territorialen Umfang.
Verknüpfte Personen: Karl Pütz · Gerhard Flesch · Rudolf Batz · Ludwig Hahn
Quellen: lodz.ipn.gov.pl · dortmund.de · unwcc.org
- Distrikt Lublin: Deportationsstab und Arbeitslager
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1942–1943
Die Stäbe der SS- und Polizeiführer koordinierten Transporte, Selektionen und Umsiedlungen mit den Vollstreckern vor Ort und einem Netz von Arbeitslagern. Der Knoten trennt die Organisation der Deportation, die Lagerführung und unmittelbare Gewalt und begrenzt das Profil von Helmut Ortwin Pohl auf die dokumentierte erste Hälfte des Jahres 1942.
Verknüpfte Personen: Martin Fellenz · Helmut Ortwin Pohl · Otto Hantke · Odilo Globocnik
Quellen: inwentarz.ipn.gov.pl · doew.at · historickycasopis.sk
- Stutthof und Neuengamme: Kommandantur, Außenlager und Hinrichtungen
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1939–1945
Der Wechsel des Kommandanten und der Ausbau des Außenlagernetzes verbanden Lagerdisziplin, Ausbeutung der Gefangenenarbeit und die Weitergabe von Hinrichtungsbefehlen. Das Profil Max Paulys umfasst seine eigene Kommandoebene und die Feststellungen des Prozesses, nicht den gesamten Katalog der Taten jedes Wachmanns.
Verknüpfte Personen: Max Pauly · Paul Werner Hoppe · Richard Glücks
Quellen: kz-gedenkstaette-neuengamme.de · nuremberg.law.harvard.edu · stutthof.org
- Lublin–Majdanek–Budzyn: Kommandantur und Lagerterror
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1941–1944
Ein Arbeitslagerkommandant und ein Schutzhaftlagerführer nahmen unterschiedliche Stellen im System von Zwangsarbeit, Selektion, Strafe und Hinrichtung ein. Die Profile stützen sich auf Feststellungen zu ihren eigenen Funktionen und Taten, ohne ihnen die gesamte Verantwortung für das KL Lublin und alle seine Außenstellen zu übertragen.
Verknüpfte Personen: Otto Hantke · Hermann Hackmann · Karl Streibel
Quellen: ushmm.org · sztetl.org.pl · fotoarchiv.buchenwald.de
- Einsatzkommando Tilsit: grenznahe Kette der Massenhinrichtungen
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Juni–September 1941
Die Gestapostelle in Tilsit und ein aus ihrem Personal gebildetes Kommando führten Massenhinrichtungen an der deutsch-litauischen Grenze und im Gebiet Suwałki durch. Der Ulmer Prozess rekonstruierte den Befehl, die Zusammensetzung des Kommandos und die Rolle seines Führers, ersetzt jedoch nicht die Feststellungen zu jeder einzelnen Hinrichtung.
Verknüpfte Personen: Hans-Joachim Böhme · Franz Walter Stahlecker · Heinrich Himmler
Quellen: bpb.de · schule-bw.de · deutsche-digitale-bibliothek.de
- Deportationstransport: Fahrplan, Begleitung und Bericht
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Dezember 1941
Eine Deportation per Bahn erforderte Erfassung, Zugzusammenstellung, Polizeibegleitung, Befehle zum Gewalteinsatz und die Übernahme des Transports. Paul Salitters Bericht dokumentiert die Täterperspektive und muss kritisch zusammen mit Archiven der Opfer und institutioneller Dokumentation gelesen werden.
Verknüpfte Personen: Paul Salitter · Adolf Eichmann · Albert Ganzenmüller
Quellen: biografien.erinnerungsort.hs-duesseldorf.de · wwv.yadvashem.org · collections.arolsen-archives.org
- ERR und Görings Sammlung: Auswahl, Tausch und Transport des Raubguts
-
1940–1944
Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg, die Dienststelle Westen, die Möbel-Aktion und ein Netz von Kunstmarktakteuren verwandelten die Beschlagnahme jüdischer Sammlungen und Wohnungseinrichtungen in Erfassung, Auswahl, Tausch und Transport. Der Knoten trennt die Leitung der Institution, die Auswahl von Werken, den Handel und die Ausbeutung von Arbeitskräften bei der Sortierung.
Verknüpfte Personen: Robert Scholz · Kurt von Behr · Walter Andreas Hofer · Alfred Rosenberg · Hermann Göring
Quellen: archives.gov · agorha.inha.fr · proveana.de
- Banken, WVHA und SS-Unternehmen
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1939–1945
Bankkredite, die Führung von SS-Unternehmen, die Versorgung der Lager und Gefangenenarbeit verbanden den Finanzsektor mit dem Wirtschaftsapparat der SS. Die Urteile unterscheiden Handlungen, die einzelnen Angeklagten zugerechnet wurden, von verworfenen Vorwürfen, darunter der nicht bewiesenen Zuordnung bestimmter Beute aus der Aktion Reinhardt.
Verknüpfte Personen: Karl Rasche · Georg Lörner · Oswald Pohl · Walther Funk
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · nuremberg.law.harvard.edu · archives.gov
- Industrie und zentrale Zuweisung von Zwangsarbeit
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1940–1945
Leiter von Konzernen und Branchenorganisationen bemühten sich um die Zuweisung von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen, während SS- und Staatsunternehmen von deren Arbeit profitierten. Die Profile unterscheiden Managemententscheidungen von den Handlungen einzelner Betriebsleiter und von den zentralen Befugnissen des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz.
Verknüpfte Personen: Paul Pleiger · Herbert Hübner · Fritz Sauckel · Friedrich Flick
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · open.ifz-muenchen.de · landesarchiv-ooe.at
- Umsiedlung und Vermögen: RKFDV und Deutsche Umsiedlungs-Treuhand
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1939–1945
Der Umsiedlungsapparat verband Vertreibung mit rassischer Begutachtung, der Bindung von Arbeitskräften und der treuhänderischen Übernahme von Vermögen. Gründung und Tätigkeit der Deutschen Umsiedlungs-Treuhand zeigen eine wirtschaftliche Stufe der Germanisierungspolitik, die von der Durchführung der Vertreibung selbst zu unterscheiden ist.
Verknüpfte Personen: Wilhelm Keppler · Herbert Hübner · Ulrich Greifelt · Konrad Meyer
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · archives.gov · dn-ihpan.edu.pl
- UWZ Poznań: Vertreibung, Selektion und Germanisierung
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1939–1943
Die Umwandererzentralstelle in Poznań verband die Erfassung der Bevölkerung, nationale Selektion, die Vertreibung von Polen und Juden sowie die Vorbereitung von Raum für deutsche Ansiedlung. Der Knoten zeigt die regionale Dienststelle als Vermittler zwischen der Bevölkerungspolitik der SS und Listen, Transporten sowie Entscheidungen über konkrete Gruppen; er schreibt ihrem Leiter nicht die gesamte Besatzungspolitik des Warthelands zu.
Verknüpfte Personen: Rolf-Heinz Höppner
Quellen: iz.poznan.pl · repozytorium.uni.wroc.pl · lekcja.auschwitz.org
- Sonderkommando Künsberg: Archive, Kultur und Wirtschaftsspionage
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1939–1945
Das Sonderkommando Künsberg arbeitete an der Schnittstelle von Auswärtigem Amt, Wehrmacht und Nachrichtendienst: Es suchte und ‚sicherte‘, wie es in der Sprache der Täter hieß, Archive, Dokumentation, Buchbestände und Kulturgüter im besetzten Europa und transportierte sie ab. Das Profil des Kommandeurs unterscheidet die schriftliche Bezeichnung von Zielkategorien von der Ausführung durch die Abteilungen; jedes Objekt erfordert weiterhin eine gesonderte Provenienzanalyse.
Verknüpfte Personen: Eberhard von Künsberg
Quellen: ifz-muenchen.de · bundesarchiv.de · proveana.de
- Reichsausschuss: administrativer Ablauf der Kindertötung
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1939–1945
Der Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden organisierte Meldungen über Kinder, den Umlauf der Formulare, die Gutachten und die Einweisung in besondere Abteilungen. Der Knoten rückt die Kanzleiarbeit als Voraussetzung für das Funktionieren des Programms in den Vordergrund, setzt administrative Koordination aber weder mit der Unterschrift eines Arztes noch mit der Ausführung einer Tötung in einer Anstalt gleich.
Verknüpfte Personen: Richard von Hegener
Quellen: gedenkort-t4.eu · mpiwg-berlin.mpg.de · stgs.sachsen-anhalt.de
- T4 und Aktion 14f13: medizinische Leitung und Selektion
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1940–1945
Das T4-Programm verband die zentrale Bewertung von Meldebögen und Entscheidungen der medizinischen Leitung mit reisenden Kommissionen; die Aktion 14f13 weitete die Selektion auf Häftlinge von Konzentrationslagern aus. Die gemeinsame Betrachtung Nitsches und Menneckes trennt Konzeption und Aufrechterhaltung der Tötung durch Medikamente und Hunger von der Arbeit eines Gutachters, der Menschen auswählte; sie erzeugt keine persönliche Gesamtzahl der Opfer beider Programme.
Verknüpfte Personen: Paul Nitsche · Friedrich Mennecke
Quellen: t4-denkmal.de · t4-denkmal.de · encyclopedia.ushmm.org · bpb.de
- Westliche Militärverwaltungen: Geiseln, Arbeit und Vergeltung
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1940–1944
Die deutschen Militärverwaltungen in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich nutzten Geiselerlasse, Arbeitspflicht, Deportation und kollektive Vergeltung. Die beiden Profile zeigen verschiedene Ebenen: eine normsetzende Besatzungsverwaltung und einen Repressalienbefehl gegen einen Ort; sie übertragen den Befehlshabern nicht jede Handlung der Wehrmacht, Polizei oder von Sipo und SD vor Ort.
Verknüpfte Personen: Friedrich Christiansen · Alexander von Falkenhausen
Quellen: archieven.nl · putten.nl · belgiumwwii.be · ghwk.de
- IG Auschwitz: Investition, Bergwerke und Häftlingsarbeit
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1941–1945
Das Vorhaben IG Auschwitz verband Entscheidungen des Konzernvorstands, Verhandlungen mit der SS, den Bau der Buna-Werke in Monowitz, Bergwerke und die Beschaffung von Häftlingsarbeit. Der Knoten benennt Bütefischs individuelle Gespräche und Besprechungen sowie die Grenze seiner Verurteilung wegen Sklavenarbeit; er schreibt ihm weder jede Handlung der IG-Farben-Werke noch Anklagepunkte zu, die mit einem Freispruch endeten.
Verknüpfte Personen: Heinrich Bütefisch
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · tile.loc.gov · fritz-bauer-institut.de
- Einsatzgruppe D: Führung, Berichterstattung und militärische Verbindung
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1941–1942
Der Stab der Einsatzgruppe D verwandelte Massenhinrichtungen in Zahlen, die in Berichten an das RSHA übermittelt wurden, verbreitete Befehle und unterhielt eine Arbeitsverbindung zur 11. Armee. Das Profil des faktischen Stellvertreters zeigt die Berichterstattung als Werkzeug zur Steuerung des Verbrechens; Unterschrift und Informationsweitergabe sind kein automatischer Beweis für die Anwesenheit bei jeder Erschießung.
Verknüpfte Personen: Willi Seibert
Quellen: worldcourts.com · nuremberg.law.harvard.edu · encyclopedia.ushmm.org
- Sajmište–Jajinci: Lagerkommando und Logistik des Gaswagens
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1941–1942
Im Lager Sajmište bildeten die Kommandantur, die Fahrer des Gaswagens, die Eskorte und der Begräbnisort in Jajinci eine wiederkehrende Tötungskette. Andorfers Rolle umfasste die regelmäßige Überwachung der Route und seine Funktion als Kommandant; das Nachkriegsurteil betraf jedoch diesen Komplex und nicht automatisch die späteren Tätigkeiten des Sonderkommandos Andorfer in Italien.
Verknüpfte Personen: Herbert Andorfer
Quellen: encyclopaedia-gsr.eu · junsv.nl · sciencespo.fr
- Warschau: SSPF, Judenreferat und Ausführung des Terrors vor Ort
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1941–1943
Die Deportationen und die Auflösung des Warschauer Ghettos verbanden das regionale Kommando des SSPF, Angehörige des Judenreferats sowie Patrouillen, Hinrichtungen und Kontrollen vor Ort. Der Knoten führt Sammern-Frankenegg, Blösche und Klaustermeyer zusammen, um Befehlsweitergabe und Leitung einer Aktion von den Taten der Ausführenden zu unterscheiden; ein Foto, ein Amt oder bloße Anwesenheit erweitern nicht den Umfang der erwiesenen Taten.
Verknüpfte Personen: Ferdinand von Sammern-Frankenegg · Josef Blösche · Karl Heinrich Klaustermeyer
Quellen: wwv.yadvashem.org · bundesarchiv.de · junsv.nl · chroniclesofterror.pl
- Lemberg: Judenreferat des KdS und Auflösungsaktionen
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1941–1943
Das Judenreferat des KdS Lemberg verband die spezialisierte antijüdische Polizeiarbeit mit Aktionen in der Stadt und in den Ghettos des Distrikts. Engels’ Profil zeigt die Leitung einer öffentlichen Hinrichtung und einer zur Auflösung des Ghettos in Bóbrka entsandten Einheit; die dienstliche Unterstellung bedeutet weder, dass er jede Tötung persönlich ausführte, noch Verantwortung für die gesamte Opferbilanz des Distrikts Galizien.
Verknüpfte Personen: Erich Engels
Quellen: wwv.yadvashem.org · archiwum.ipn.gov.pl · kobra.uni-kassel.de
- Auswärtiges Amt: administrative Genehmigung von Deportationen
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1938–1942
Das Auswärtige Amt war am Umlauf von Noten, Abstimmungen und Zustimmungen beteiligt, die für die Deportation von Juden aus dem besetzten Europa benötigt wurden. Die Note vom März 1942 individualisiert Woermanns Abzeichnung, mit der das Amt keine Einwände gegen die Deportation von 6.000 Menschen aus Frankreich erhob; sie macht ihn weder zum Urheber der gesamten Ministeriumspolitik noch beweist sie Kenntnis jeder späteren Stufe der Vernichtung.
Verknüpfte Personen: Ernst Woermann
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · werle.rewi.hu-berlin.de · encyclopedia.ushmm.org
- Julags und Zwangsarbeitslager: lokales Kommando, Arbeit und Auflösung
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1942–1944
Die Zwangsarbeitslager für Juden in Kraków, Tarnów, Rozwadów und Przemyśl verbanden die Ausbeutung von Arbeitskraft, alltäglichen Terror, Hinrichtungen und abschließende Deportationen. Die drei Kommandantenprofile erlauben den Vergleich eigener Tötungen, erteilter Befehle und der Beihilfe bei einer Auflösung; dabei bleibt der Umfang der konkreten Urteile gewahrt, statt einer Person alle Verbrechen eines Lagers oder einer Stadt zuzuweisen.
Verknüpfte Personen: Josef Schwammberger · Franz Josef Müller · Hermann Blache
Quellen: junsv.nl · erinnern.at · krakow.ipn.gov.pl · archive.nrw.de
- VoMi: Kinderverschleppung, Germanisierung und Umsiedlung
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1942–1943
Die Volksdeutsche Mittelstelle überführte die SS-Bevölkerungspolitik in Listen von Kindern, die von ihren Eltern getrennt worden waren, in Siedlungsprojekte, Vertreibungen und die Kontrolle der Fortpflanzung von Zwangsarbeiterinnen. Brückners Dokumente zeigen Unterschrift, Paraphe und Weiterleitung eines Plans als persönliche Glieder der Verwaltungskette; das Profil bleibt auf die vom Tribunal festgestellten Mechanismen begrenzt und erstreckt sich nicht auf alle Tätigkeiten der VoMi.
Verknüpfte Personen: Heinz Brückner
Quellen: nuremberg.law.harvard.edu · tile.loc.gov · archiwum.ipn.gov.pl
- Regionale SS und Polizei: Deportation, Entwaffnung und Hinrichtung
-
1942–1944
Im besetzten Frankreich, in Dänemark und in Rom nutzten regionale Führungen von Gestapo, Sipo und SD sowie der HSSPF unterschiedliche Instrumente: Folter und Deportation, Auflösung der nationalen Polizei, Erpressung von Eigentum und Hinrichtung von Geiseln. Der Vergleich von Barbie, Pancke und Kappler trennt Planung, Genehmigung, Listenerstellung, Kommando und Ausführung; er verschmilzt verschiedene Rechtsräume nicht zu einer gemeinsamen Tat.
Verknüpfte Personen: Klaus Barbie · Günther Pancke · Herbert Kappler
Quellen: encyclopedia.ushmm.org · lex.dk · ns-taeter-italien.org · legifrance.gouv.fr
- Volksgerichtshof: kollegiale Todesurteile und Hürden der Aufarbeitung
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1942–1945; Prozesse 1967–1969
Der Erste Senat des Volksgerichtshofs nutzte das formelle Urteil als Instrument politischer Repression, während die Unterschrift eines beisitzenden Richters seine Mitwirkung an der kollegialen Entscheidung bezeichnete. Rehses Fall zeigt zugleich die Nachkriegsabfolge von Verurteilung, Aufhebung und Freispruch; 231 unterzeichnete Urteile dürfen weder als 231 allein getroffene Entscheidungen noch als Umfang einer rechtskräftigen Verurteilung beschrieben werden.
Verknüpfte Personen: Hans-Joachim Rehse
Quellen: lexikon-der-politischen-strafprozesse.de · berlin.de · deutsche-digitale-bibliothek.de
- Wehrmacht und Waffen-SS: Vergeltung, Zerstörung von Orten und Massaker
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1943–1944
Auf Kreta und in Italien überführten Befehle der Wehrmacht und Operationen einer Waffen-SS-Abteilung die Sprache der Vergeltung und Partisanenbekämpfung in die Zerstörung von Orten und die Tötung von Zivilisten. Die Profile Müllers und Reders unterscheiden den schriftlichen Befehl eines territorialen Befehlshabers von der Führung einer mobilen Einheit; jedes Profil bewahrt nur die durch ein Dokument oder Urteil individualisierten Episoden.
Verknüpfte Personen: Friedrich-Wilhelm Müller · Walter Reder
Quellen: militarytourism.warmuseum.gr · nuremberg.law.harvard.edu · ns-taeter-italien.org · cortecostituzionale.it