Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Amon Göth
Amon Göth war Kommandant des Lagers Kraków-Płaszów und SS-Offizier im Distrikt Krakau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Kraków, Płaszów, Tarnów und Szebnie im besetzten Polen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Göth arbeitete im Apparat der Aktion Reinhardt unter Globocnik, bevor er am 11. Februar 1943 Kommandant des Zwangsarbeitslagers Płaszów wurde.
- Er setzte in Płaszów Hunger, Zwangsarbeit, öffentliche Hinrichtungen und willkürliche Gewalt durch; Nachkriegszeugen sagten aus, dass er Gefangene persönlich tötete.
- Er leitete die Auflösung des Krakauer Ghettos und nahm an Operationen gegen das Ghetto Tarnów und das Arbeitslager Szebnie teil.
Stellung in der Verantwortungskette
Göth verband Lagerkommando mit Feldeinsätzen und persönlicher Gewalt. Das Profil beschränkt die Zuschreibung auf dokumentierte Orte und Handlungen, statt ihn für jedes Verbrechen im Distrikt Krakau verantwortlich zu machen.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Ernennung zum Kommandanten von Płaszów, 11. Februar 1943
- Auflösung des Krakauer Ghettos, März 1943
- Festnahme durch die SS wegen Korruptionsvorwürfen, September 1944
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
US-Streitkräfte nahmen Göth fest und lieferten ihn an Polen aus. Das Oberste Nationale Tribunal verurteilte ihn wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich der Beteiligung am Völkermord; am 13. September 1946 wurde er in Kraków gehängt.
Grenzen der Quellenlage
Überlebendenzeugnisse dokumentieren sowohl Befehlsverantwortung als auch persönliche Tötungen; das Profil dehnt diese Feststellungen nicht über die untersuchten Operationen und das Lager hinaus aus.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.