V Kreis V von VII

Operative Befehlshaber

Befehlshaber, die Lager, Tötungseinheiten, Polizeiformationen und andere Operationen führten, in denen Verfolgung und Massengewalt ausgeübt wurden.

Verantwortung auf dieser Ebene folgt aus operativen Befehlen, Einsatz, Aufsicht und dokumentiertem persönlichem Handeln. Sie bleibt sowohl von übergeordneter Politikgestaltung als auch von den Taten jedes Untergebenen zu unterscheiden.

Wie die Kreise funktionieren. Die sieben Kreise ordnen die dokumentierte Stellung einer Person in der Kette von Entscheidung, Koordination, Verwaltung und Ausführung ein. Sie bilden weder Leid, Bekanntheit noch Opferzahlen ab. Die Einordnung beruht auf Funktion, formaler Befugnis, Entscheidungsmacht, operativer Kontrolle und nachgewiesenem individuellem Handeln. Rollen konnten sich überschneiden und im Laufe der Zeit verändern; jedes Profil erläutert deshalb die Belege und die Grenzen der Zuschreibung.

95 Profile

Die Profile sind alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Die Einordnung folgt dokumentierter Funktion und Handlungsmacht, niemals einer Rangfolge nach Opferzahlen.

Kreis V von VII

Wilhelm Altenloh

Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) im Bezirk Białystok

in der Bundesrepublik verurteilt; 1985 gestorben

Kreis V von VII

Herbert Andorfer

Kommandant des Lagers Sajmište und Befehlshaber des Sonderkommandos Andorfer in Italien

1969 zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt; nach Anrechnung der Untersuchungshaft entlassen

Kreis V von VII

Klaus Barbie

Leiter einer Gestapo-Abteilung in Lyon, verantwortlich für Repression, Vernehmungen und Deportationen

1987 zu lebenslanger Haft verurteilt; 1991 in Haft gestorben

Kreis V von VII

Rudolf Batz

Führer des Einsatzkommandos 2, anschließend KdS in Krakau und Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Dortmund

festgenommen und Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens; vor dem Prozess Suizid in Haft

Kreis V von VII

Lothar Beutel

Befehlshaber der Einsatzgruppe IV während des deutschen Überfalls auf Polen

nach dem Krieg interniert und verhört, aber für die Einsätze der Einsatzgruppe IV in Polen nie rechtskräftig verurteilt

Kreis V von VII

Ernst Biberstein

Kommandeur des Einsatzkommandos 6 in der besetzten Ukraine

Todesstrafe umgewandelt; 1958 entlassen

Kreis V von VII

Hans Biebow

Leiter der deutschen Verwaltung des Ghettos Łódź

in Polen verurteilt und 1947 hingerichtet

Kreis V von VII

Helmut Bischoff

Führer des Einsatzkommandos 1/IV und Leiter der Gestapo in Poznań

keine rechtskräftige Verurteilung

Kreis V von VII

Paul Blobel

Kommandeur des Sonderkommandos 4a und Organisator der Aktion 1005

im Einsatzgruppenprozess verurteilt und 1951 hingerichtet

Kreis V von VII

Walter Blume

1941 Befehlshaber des Sonderkommandos 7a und 1943–1944 Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im besetzten Griechenland

im Einsatzgruppen-Prozess zum Tode verurteilt; Strafe umgewandelt, 1955 entlassen

Kreis V von VII

Kurt Bode

Vorsitzender des Feldgerichts in den Prozessen gegen die Verteidiger der Polnischen Post, später Generalstaatsanwalt des Reichsgaus Danzig–Westpreußen

nicht verurteilt; Nachkriegskarriere in der Justiz der Bundesrepublik; 1979 gestorben

Kreis V von VII

Hans-Joachim Böhme

Leiter der Gestapo in Tilsit und Führer des Einsatzkommandos Tilsit

zu 15 Jahren verurteilt; kurz vor seinem Tod 1968 aus gesundheitlichen Gründen entlassen

Kreis V von VII

Hans Bothmann

zweiter Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno

1946 in Gefangenschaft durch Suizid gestorben

Kreis V von VII

Herbert Böttcher

SS- und Polizeiführer im Distrikt Radom

an Polen ausgeliefert, zum Tode verurteilt und 1950 hingerichtet

Kreis V von VII

Otto Bradfisch

Leiter der Staatspolizeistelle Litzmannstadt (Łódź) und ehemaliger Führer des Einsatzkommandos 8

verurteilt; 1969 entlassen

Kreis V von VII

Werner Braune

Befehlshaber des Sonderkommandos 11b der Einsatzgruppe D

im Einsatzgruppen-Prozess zum Tode verurteilt und 1951 in Landsberg hingerichtet

Kreis V von VII

Heinz Brückner

Leiter des Amtes VI im Hauptamt Volksdeutsche Mittelstelle, mitverantwortlich für Kinderverschleppung, Germanisierung, Vertreibungen und Zwangsarbeit

zu 15 Jahren Haft verurteilt; am 31. Januar 1951 auf die bereits verbüßte Zeit herabgesetzt und anschließend entlassen

Kreis V von VII

Anton Brunner

Leiter der „Kommissionierungen“ in Wiener Sammellagern und Mitarbeiter der Zentralstelle für jüdische Auswanderung, bezeichnet als „Brunner II“

vom Volksgericht Wien zum Tode verurteilt; am 24. Mai 1946 hingerichtet

Kreis V von VII

Carl Clauberg

Gynäkologe, der an Gefangenen Massensterilisierungsexperimente durchführte

in der Sowjetunion verurteilt; 1955 entlassen und 1957 in westdeutscher Haft gestorben

Kreis V von VII

Ernst Damzog

Befehlshaber der Einsatzgruppe V und später Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Posen

1945 gestorben und für seine Tätigkeit im besetzten Polen nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Oskar Dirlewanger

Kommandeur der SS-Strafformation, die als Einheit Dirlewanger bekannt war

nie vor Gericht gestellt; starb im Juni 1945 unter ungeklärten Umständen in Haft

Kreis V von VII

Irmfried Eberl

Arzt der Aktion T4 und erster Kommandant des Vernichtungszentrums Treblinka II

1948 vor dem Prozess durch Suizid in Haft gestorben

Kreis V von VII

Erich Engels

Leiter des Judenreferats der Gestapo beim KdS Lemberg

am 13. März 1950 in Polen zum Tode verurteilt; 1951 hingerichtet

Kreis V von VII

Heinz Errelis

Leiter der dem KdS Białystok unterstellten Gestapo-Außenstelle in Grodno

in der Bundesrepublik wegen Beihilfe zu Deportationen zu 6 Jahren und 6 Monaten verurteilt; in einem gesonderten Verfahren freigesprochen

Kreis V von VII

Martin Fellenz

Stabschef des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, der die operative Durchführung von Deportationen vor Ort leitete

zu sieben Jahren verurteilt; nach Anrechnung von etwa fünf Jahren Untersuchungshaft entlassen

Kreis V von VII

Gerhard Flesch

Führer des Einsatzkommandos 2/VI und erster Leiter der Gestapo in Łódź, anschließend KdS in Bergen und Trondheim

in Norwegen zum Tode verurteilt und am 28. Februar 1948 erschossen

Kreis V von VII

Kurt Franz

stellvertretender und letzter Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka II

im ersten Treblinka-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt; 1993 aus gesundheitlichen Gründen entlassen

Kreis V von VII

Max Frauendorfer

Leiter der Hauptabteilung Arbeit des Generalgouvernements

interniert, aber wegen der Organisation von Zwangsarbeit im Generalgouvernement nicht verurteilt; nahm später seine berufliche Laufbahn wieder auf

Kreis V von VII

Karl Gebhardt

oberster SS- und Polizeichirurg und Organisator der Experimente in Ravensbrück

im Ärzteprozess verurteilt und 1948 hingerichtet

Kreis V von VII

Amon Göth

Kommandant des Lagers Kraków-Płaszów und SS-Offizier im Distrikt Krakau

in Polen verurteilt und 1946 hingerichtet

Kreis V von VII

Maximilian Grabner

Leiter der Politischen Abteilung der Gestapo im Konzentrationslager Auschwitz

1948 hingerichtet

Kreis V von VII

Max Grosskopf

Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Krakau

1945 durch Suizid gestorben; nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Wilhelm Haase

Stabschef des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, beteiligt an Planung und Führung von Deportationsaktionen

in Polen zum Tode verurteilt; am 23. Mai 1952 hingerichtet

Kreis V von VII

Ludwig Hahn

Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD zunächst im Distrikt Krakau, anschließend im Distrikt Warschau

in der Bundesrepublik in getrennten Verfahren verurteilt; keine vollständige juristische Aufarbeitung

Kreis V von VII

Heinrich Hamann

Leiter des Grenzpolizeikommissariats, einer Außenstelle von Sipo und SD, in Nowy Sącz

zu lebenslanger Haft verurteilt; aus gesundheitlichen Gründen entlassen

Kreis V von VII

Lothar Heimbach

Leiter der Abteilung IV (Gestapo) beim KdS Białystok

zu neun Jahren verurteilt; nach Anrechnung von etwa vier Jahren Untersuchungshaft entlassen; 1968 gestorben

Kreis V von VII

Gottlieb Hering

Kommandant des deutschen Vernichtungslagers Bełżec

1945 vor einem Strafverfahren gestorben

Kreis V von VII

Werner Heyde

medizinischer Leiter und erster medizinischer Hauptgutachter der Aktion T4

1964 vor dem Prozess durch Suizid in Haft gestorben

Kreis V von VII

Herbert Hübner

Leiter der Arbeits- und Umsiedlungsstäbe in der Posener Dienststelle des RKFDV, beteiligt an der Vertreibung von Polen und ihrer zwangsweisen Festhaltung als Arbeitskräfte

zu 15 Jahren verurteilt; auf zehn Jahre herabgesetzt; 1951 entlassen

Kreis V von VII

Karl Jäger

Kommandeur des Einsatzkommandos 3 und Verfasser des Jäger-Berichts

1959 vor dem Prozess durch Suizid in westdeutscher Haft gestorben

Kreis V von VII

Heinz Jost

Leiter des RSHA-Amts VI und von März bis September 1942 Befehlshaber der Einsatzgruppe A

im Einsatzgruppen-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt; nach Strafmilderung 1951 entlassen

Kreis V von VII

Bronislav Kaminski

Kommandeur der bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands eingesetzten RONA-Brigade

im August 1944 von deutscher Seite getötet; Umstände nicht abschließend geklärt

Kreis V von VII

Herbert Kappler

Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im besetzten Rom

zu lebenslanger Haft verurteilt; 1977 in die Bundesrepublik geflohen und 1978 gestorben

Kreis V von VII

Karl-Otto Koch

erster Kommandant von Buchenwald und Majdanek, zuvor Kommandant von Sachsenhausen

von einem SS-Gericht verurteilt und im April 1945 in Buchenwald durch ein SS-Erschießungskommando hingerichtet

Kreis V von VII

Josef Kramer

Kommandant von Natzweiler-Struthof, Birkenau und Bergen-Belsen

von einem britischen Militärgericht verurteilt und 1945 hingerichtet

Kreis V von VII

Hans Krüger

Leiter der Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanisławów

lebenslange Freiheitsstrafe; 1986 entlassen

Kreis V von VII

Hermann Krumey

Leiter einer Außenstelle der Umwandererzentralstelle in Łódź, die für operative Aspekte der Vertreibungen im Zamość-Gebiet zuständig war

in Westdeutschland schließlich wegen der Deportation ungarischer Jüdinnen und Juden zu lebenslanger Haft verurteilt, nicht wegen der Vertreibungen aus dem Zamość-Gebiet

Kreis V von VII

Franz Kutschera

SS- und Polizeiführer für den Distrikt Warschau

1944 vom polnischen Untergrund getötet und nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Herbert Lange

Führer des Sonderkommandos Lange und erster Kommandant der Vernichtungsstätte Chełmno

1945 getötet; nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Rudolf Lange

Kommandeur des Einsatzkommandos 2 und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Lettland

nie vor Gericht gestellt; 1945 in Poznań gestorben, wahrscheinlich durch Suizid, ein Tod im Kampf kann jedoch nicht ausgeschlossen werden

Kreis V von VII

Peter Leideritz

Leiter der Außenstelle der Sicherheitspolizei und des SD in Kołomyja

in Polen zum Tode verurteilt; am 22. Februar 1949 hingerichtet

Kreis V von VII

Arthur Liebehenschel

Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz I und Standortältester in Auschwitz, anschließend Kommandant des Konzentrationslagers Lublin-Majdanek

vom Obersten Nationalen Tribunal zum Tode verurteilt; 1948 hingerichtet

Kreis V von VII

Fritz Liphardt

Kommandeur des Einsatzkommandos 2/III im Jahr 1939, anschließend Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) im Distrikt Radom

1947 vor einem Prozess in polnischer Haft gestorben; als offizielle Todesursache wurde Suizid angegeben

Kreis V von VII

Franz Magill

Befehlshaber einer berittenen Abteilung des 2. SS-Kavallerie-Regiments während der Massenerschießungen in Polesien

1964 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt

Kreis V von VII

Maria Mandl

leitende Aufseherin und Leiterin des Frauenlagers in Auschwitz-Birkenau

in Polen verurteilt und 1948 hingerichtet

Kreis V von VII

Josef Meisinger

Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Warschau

zum Tode verurteilt und 1947 hingerichtet

Kreis V von VII

Josef Mengele

SS-Arzt in Auschwitz-Birkenau, der Selektionen und verbrecherische Experimente durchführte

nie vor Gericht gestellt; nach Südamerika geflohen und 1979 gestorben

Kreis V von VII

Friedrich Mennecke

Direktor der Anstalt Eichberg, T4-Gutachter und reisender Selektionsarzt für KZ-Häftlinge bei der Aktion 14f13

nicht rechtskräftig zum Tode verurteilt; vor der Entscheidung über die Revision in Haft gestorben

Kreis V von VII

Georg Michalsen

Stabsoffizier der Aktion Reinhardt, beteiligt an Deportationen aus Warschau und Białystok

zwölf Jahre Freiheitsstrafe; 1979 entlassen

Kreis V von VII

Rudolf Mildner

Leiter der Gestapo in Katowice und Vorsitzender des Polizeistandgerichts in Auschwitz

nie vor Gericht gestellt; späteres Schicksal ungeklärt

Kreis V von VII

Max Montua

Kommandeur der Ordnungspolizei in Warschau, anschließend Kommandeur des Polizei-Regiments Mitte

im April 1945 durch Suizid gestorben; nicht vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Kajetan Mühlmann

Sonderbeauftragter für die Beschlagnahme von Kunstwerken im Generalgouvernement

von den Alliierten verhört und der Internierung entkommen; wegen der in Polen begangenen Plünderung nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Erich Naumann

Kommandeur der Einsatzgruppe B und zuvor Kommandeur der Einsatzgruppe VI

im Einsatzgruppen-Prozess verurteilt und 1951 hingerichtet

Kreis V von VII

Arthur Nebe

Chef der Kriminalpolizei und 1941 Kommandeur der Einsatzgruppe B

1945 vom NS-Regime wegen Beteiligung am Umsturzversuch vom 20. Juli hingerichtet

Kreis V von VII

Otto Ohlendorf

Kommandeur der Einsatzgruppe D und Leiter des Inlands-SD-Amts im RSHA

im Einsatzgruppenprozess verurteilt und 1951 hingerichtet

Kreis V von VII

Paul Otto Geibel

SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau

in Polen zu lebenslanger Haft verurteilt; 1966 in Haft gestorben

Kreis V von VII

Max Pauly

Kommandant des KL Stutthof, anschließend des KL Neuengamme und seines Außenlagernetzes

von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt und am 8. Oktober 1946 hingerichtet

Kreis V von VII

Karl Pütz

Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Rowno, anschließend in Lublin

nicht vor Gericht gestellt; am 6. Mai 1945 Suizid begangen

Kreis V von VII

Otto Rasch

Befehlshaber der Einsatzgruppe C während des Überfalls auf die Sowjetunion 1941

im Einsatzgruppen-Prozess angeklagt; das Verfahren wurde wegen Krankheit eingestellt, Tod 1948 ohne Urteil

Kreis V von VII

Walter Reder

Kommandeur der Aufklärungsabteilung der 16. SS-Panzergrenadier-Division ‚Reichsführer-SS‘

1951 zu lebenslanger Haft verurteilt; 1985 bedingt entlassen

Kreis V von VII

Franz Reichleitner

Kommandant des Vernichtungslagers Sobibór nach Franz Stangl

1944 von Partisanen getötet und nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Heinz Reinefarth

Kommandeur einer Kampfgruppe bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands

nicht an Polen ausgeliefert und nicht verurteilt

Kreis V von VII

Martin Sandberger

Kommandeur des Sonderkommandos 1a und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Estland

im Einsatzgruppen-Prozess zum Tode verurteilt; Strafe umgewandelt und 1958 entlassen

Kreis V von VII

Emanuel Schäfer

Befehlshaber der Einsatzgruppe II während des Überfalls auf Polen

in Westdeutschland wegen Verbrechen der Sicherheitspolizei in Serbien verurteilt, nicht gesondert wegen der Tätigkeit der Einsatzgruppe II in Polen

Kreis V von VII

Robert Schefe

Kommandeur des Einsatzkommandos 2/V 1939, anschließend Leiter der Gestapo in Łódź

gegen Kriegsende vermisst; später mit Todesdatum 1945 für tot erklärt; nach dem Krieg nicht angeklagt

Kreis V von VII

Julian Scherner

SS- und Polizeiführer im Distrikt Krakau

gegen Ende des Krieges getötet und nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Robert Scholz

Leiter des Sonderstabs Bildende Kunst im Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und Organisator der Auswahl und des Tauschs geraubter Kunstwerke

in Frankreich in Abwesenheit zu zehn Jahren verurteilt; Strafe nicht verbüßt

Kreis V von VII

Fritz Schwalm

Hauptbeauftragter des RuSHA bei der Einwandererzentralstelle in Łódź, später Stabschef des RuSHA

zu 10 Jahren verurteilt; 1951 vorzeitig entlassen

Kreis V von VII

Willi Seibert

faktischer Stellvertreter des Befehlshabers der Einsatzgruppe D und Verbindungsoffizier zwischen Führung und Berichterstattung über Hinrichtungen

1948 zum Tode verurteilt; Strafe in 15 Jahre umgewandelt, 1954 entlassen

Kreis V von VII

Franz Walter Stahlecker

Kommandeur der Einsatzgruppe A und später Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Ostland

im März 1942 an Verwundungen gestorben und nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Walter Stamm

Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Warschau sowie Vorgesetzter des Gefängnis- und Exekutionsapparats

für seine Tätigkeit in Warschau nicht rechtskräftig verurteilt

Kreis V von VII

Franz Stangl

Kommandant der Tötungszentren Sobibór und Treblinka

zu lebenslanger Haft verurteilt; 1971 im Gefängnis gestorben

Kreis V von VII

Eugen Steimle

Kommandeur des Sonderkommandos 7a und später des Sonderkommandos 4a

Todesstrafe umgewandelt; 1954 entlassen

Kreis V von VII

Eduard Strauch

Kommandeur des Einsatzkommandos 2 und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im besetzten Belarus

zweimal zum Tode verurteilt; 1955 in Haft gestorben

Kreis V von VII

Karl Streibel

Kommandant des SS-Ausbildungslagers Trawniki

1976 in Hamburg freigesprochen; 1986 gestorben

Kreis V von VII

Jürgen Stroop

Befehlshaber der deutschen Kräfte, die das Warschauer Ghetto liquidierten

in Polen verurteilt und 1952 hingerichtet

Kreis V von VII

Helmut Tanzmann

Leiter der Gestapo in Danzig, anschließend Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) in Lemberg

am 6. März 1946 in britischer Internierung durch Suizid gestorben; nicht vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Johannes Thümmler

Kommandeur der Sicherheitspolizei in Kattowitz und Vorsitzender des im Konzentrationslager Auschwitz tagenden Polizeistandgerichts

mehrfach Gegenstand von Ermittlungen; nicht rechtskräftig verurteilt; 2002 gestorben

Kreis V von VII

Rudolf Tröger

Befehlshaber des Einsatzkommandos 16 und Leiter der Gestapo in Danzig

1940 als Wehrmachtsangehöriger in Frankreich getötet; nie vor Gericht gestellt

Kreis V von VII

Kurt von Behr

Leiter der westeuropäischen Strukturen des ERR, anschließend der Dienststelle Westen und der Möbel-Aktion

nicht vor Gericht gestellt; Suizid im April 1945

Kreis V von VII

Richard von Hegener

Mitarbeiter der Kanzlei des Führers und stellvertretender Leiter des Reichsausschusses, verantwortlich für die administrative Organisation der Tötung von Kindern und Patienten

zu lebenslanger Haft verurteilt; 1956 aufgrund einer Amnestie entlassen

Kreis V von VII

Eberhard von Künsberg

Diplomat und Befehlshaber des Sonderkommandos Künsberg, das die überregionale Beschlagnahme von Archiven, Bibliotheken, Kunstwerken und Wirtschaftsdokumentation organisierte

nicht vor Gericht gestellt; seit April 1945 vermisst; Todesdatum unbekannt

Kreis V von VII

Gustav Wagner

stellvertretender Kommandant und Quartiermeister des Vernichtungslagers Sobibór

nie vor Gericht gestellt; 1980 in Brasilien gestorben, der Tod wurde amtlich als Suizid eingestuft

Kreis V von VII

Paul Werner Hoppe

Kommandant des Konzentrationslagers Stutthof von September 1942 bis Frühjahr 1945

in der Bundesrepublik rechtskräftig zu 9 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt; 1974 gestorben

Kreis V von VII

Franz Ziereis

Kommandant des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen

nicht vor Gericht gestellt; bei der Festnahme im Mai 1945 tödlich verwundet