Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Rudolf Batz
Rudolf Batz war Führer des Einsatzkommandos 2, anschließend KdS in Krakau und Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Dortmund. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Riga · Jelgava · Krakau · Dortmund) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Die Sammlung von Yad Vashem veröffentlicht Ermittlungsunterlagen und die Aussage Alfred Becus, wonach Batz ein Unterkommando bildete und ihm im Juli 1941 die Ermordung der jüdischen Bevölkerung Jelgavas befahl.
- Batz führte das Einsatzkommando 2 und bekleidete später die Ämter des KdS in Krakau sowie des Befehlshabers von Sicherheitspolizei und SD in Westdeutschland; allein seine Krakauer Funktion begründet keine Zurechnung sämtlicher Hinrichtungen der Region.
- Unterlagen des Stadtarchivs Dortmund stellen fest, dass Batz im März 1945 die Führung von Gestapo und Kripo übernahm und vor einer Serie von Endphasehinrichtungen die Überprüfung von Gefangenenakten anordnete.
- 1960 wurde er wegen der Verbrechen des Einsatzkommandos 2 festgenommen; er beging am 8. Februar 1961 in Untersuchungshaft Suizid, bevor es zur Hauptverhandlung kam.
Stellung in der Verantwortungskette
Das Dossier verbindet zwei individualisierte Glieder: den Befehl zur Entsendung eines Kommandos nach Jelgava und die Einleitung der Überprüfung von Gefangenen in Dortmund. Aus der Führungsfunktion allein darf keine Verantwortung für jede Hinrichtung des EK 2, des KdS Krakau oder der Dortmunder Gestapo abgeleitet werden.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- Übernahme des Einsatzkommandos 2 im Sommer 1941
- Befehl zur Entsendung eines Kommandos nach Jelgava im Juli 1941
- Dienst als KdS Krakau im Jahr 1943
- Übernahme der Sicherheitspolizei in Dortmund und Anordnung der Gefangenenüberprüfung im März 1945
- Festnahme 1960 und Suizid in Haft am 8. Februar 1961
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Nach dem Krieg lebte er unter falschem Namen. Am 11. November 1960 wurde er wegen der Tätigkeit des Einsatzkommandos 2 und der Massenerschießungen festgenommen. Am 8. Februar 1961 beging er in Haft Suizid; zu Prozess und Urteil kam es nicht.
Grenzen der Quellenlage
Das Material von Yad Vashem verbindet die Aussage eines Ausführenden mit dem Inhalt der Anklageakten, doch Batz starb, bevor diese Beweise in seinem eigenen Prozess geprüft wurden. Für Dortmund sind sein Befehl zur Überprüfung der Gefangenen und seine Stellung im Entscheidungsgremium dokumentiert; nicht automatisch zugerechnet wird ihm jeder von Angehörigen der Dienststelle begangene Mord.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.