Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Eugen Steimle
Eugen Steimle war Kommandeur des Sonderkommandos 7a und später des Sonderkommandos 4a. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (besetztes Westrussland und Ukraine) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Steimle kommandierte das Sonderkommando 7a von September bis Dezember 1941 während der Operationen in Richtung Moskau.
- Später befehligte er von August 1942 bis Januar 1943 das Sonderkommando 4a in der Ukraine und diente anschließend im RSHA-Auslandsnachrichtendienst.
- Der Einsatzgruppen-Prozess verurteilte ihn in allen drei Anklagepunkten und verhängte im April 1948 die Todesstrafe.
Stellung in der Verantwortungskette
Steimles aufeinanderfolgende Kommandos stellten ihn an die Spitze von Einheiten, die Massenerschießungen an Jüdinnen und Juden, Zivilpersonen und sowjetischen Gefangenen verübten. Verbrechen des Sonderkommandos 4a vor August 1942, einschließlich Babyn Jar, fielen nicht in seine Befehlszeit und dürfen ihm nicht zugerechnet werden.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- die Tötung von ungefähr 500 Menschen während Steimles zweimonatigem Kommando über das Sonderkommando 7a
- Massenerschießungsoperationen des Sonderkommandos 4a in der Ukraine während seines Kommandos von August 1942 bis Januar 1943
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Ein amerikanisches Militärtribunal verurteilte Steimle im April 1948 zum Tode. Am 31. Januar 1951 wurde die Strafe auf zwanzig Jahre umgewandelt; am 28. Juni 1954 kam er aus dem Gefängnis Landsberg frei. Später arbeitete er als Lehrer und starb am 6. Oktober 1987 in Ravensburg.
Grenzen der Quellenlage
Die ungefähr 500 dokumentierten Opfer betreffen das Sonderkommando 7a während seiner Befehlszeit, während andere Summen für die Einheit und die Einsatzgruppe andere Zeiträume und Kommandeure erfassen. Ältere biografische Angaben enthalten zudem widersprüchliche Todesdaten.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.