Deutschsprachige quellengebundene Ausgabe
Bruno Müller
Bruno Müller war Befehlshaber des Einsatzkommandos 2/I sowie Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau. Das Profil rekonstruiert Funktion und Handlungsspielraum im dokumentierten Tätigkeitsgebiet (Krakau und Kleinpolen) anhand des Amtes, von Entscheidungen, Aufsicht oder operativem Handeln. Es schreibt nicht sämtliche Verbrechen einer Institution oder Region einer einzelnen Person zu.
Gesicherte Befunde
- Müller befehligte das Einsatzkommando 2/I und hatte eine Führungsfunktion im Krakauer Apparat von Sicherheitspolizei und SD.
- Er leitete die örtliche Polizeiaktion, die als Sonderaktion Krakau gegen die akademische Gemeinschaft der Stadt bekannt ist.
- Sein Kommando war 1939 Teil des Systems von Einsatzgruppen und Intelligenzaktion während der Invasionszeit.
Stellung in der Verantwortungskette
Müllers Amt verband das Kommando über eine mobile Einheit mit der Leitung einer Operation gegen Krakauer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort. Die Belege müssen seine Leitung der Aktion von einzelnen Festnahmen und Misshandlungen durch Untergebene unterscheiden.
Zentrale Ereignisse und Mechanismen
- 1939 operierte das Einsatzkommando 2/I unter Müllers Kommando im Raum Krakau.
- Während der Sonderaktion Krakau verhaftete die deutsche Sicherheitspolizei Mitglieder der akademischen Gemeinschaft.
- Nach dem Krieg wurde Müller interniert und verhört, aber wegen dieser Aktion nicht verurteilt.
Der Kreis beschreibt Macht, Funktion und Handlungsmacht. Mehrere Profile können verschiedene Teile derselben Verfolgungskette erfassen; Opferzahlen auf Profilebene dürfen daher nicht addiert werden.
Aufarbeitung nach 1945
Müller erhielt wegen der Sonderaktion Krakau kein rechtskräftiges strafrechtliches Urteil und starb 1960.
Grenzen der Quellenlage
Quellen beschreiben seine persönliche Anwesenheit und Rolle bei den Festnahmen mit unterschiedlicher Genauigkeit. Das Kommando über die Operation darf nicht als persönliche Ausführung jeder Handlung seiner Untergebenen umgeschrieben werden.
Quellen
Die Quellengrundlage verbindet institutionelles, archivalisches, prozessbezogenes oder wissenschaftliches Material von mindestens zwei unabhängigen Herausgebern.