7 Studien / 54 · Krajna — Kreis Sępólno
Radzim: Schläge bis zur Bewusstlosigkeit und fortgesetzte Folter von Gefangenen
September–Anfang Dezember 1939 · Folter, Verstümmelung und Tötung Wehrloser
Die Geschichte von Radzim beschränkt sich nicht auf Massenerschießungen. Die Monografie von Izabela Mazanowska beschreibt die wiederholte brutale Misshandlung des polnischen Beamten Marian Grochowski, der nach einem Bewusstseinsverlust wieder zu sich gebracht wurde, damit die Gewalt fortgesetzt werden konnte. Das Schicksal dieses Gefangenen erlaubt die Benennung einer konkreten Folterform, ohne Ereignisse aus dem benachbarten Karolewo nach Radzim zu übertragen. [1]
Redaktionelle Darstellung auf Grundlage der unten genannten Quellen. Quellenprüfung: 5. September 2026.
- Opfer und Bilanz
- Eine genaue Opferzahl ist nicht festgestellt. 1947 wurden die Überreste von 109 Personen exhumiert; unter den Ermordeten waren Polen und Juden.
- Täter
- Mitglieder des deutschen Selbstschutzes aus Kamień und Sępólno; Kommandant Werner Erich Sorgatz. An der Folterung Grochowskis war Emil Daas beteiligt.
- Dokumentierte Methoden
- Schläge bis zur Bewusstlosigkeit und Fortsetzung nach dem Wiederbeleben · Misshandlung und Demütigung von Gefangenen · Erschießung
Ein Lager auf einem beschlagnahmten Gut
Die Deutschen richteten auf dem Gut der Familie Seyd ein Lager ein. Die Wachmannschaft bestand aus örtlichen Selbstschutz-Mitgliedern, Kommandant wurde Werner Erich Sorgatz. Überfüllte Keller und katastrophale sanitäre Verhältnisse gehörten zur Erfahrung der Gefangenen. Die IPN-Studie nennt auch Schläge bei Verhören durch SS-Männer, die in das Lager kamen. [2]
Marian Grochowski
Mazanowska zufolge wurde der Beamte aus Sępólno wiederholt brutal geschlagen. Bei einem solchen Vorgang musste er die Schläge zählen. Als er das Bewusstsein verlor, wurde er mit Wasser übergossen und die Misshandlung wieder aufgenommen. Die Autorin nennt Emil Daas als besonders aktiven Täter der Gewalt. Grochowski wurde später in einen Wald gebracht und erschossen. [1]
Pfarrer Roman Barra
Der Pfarrer aus Lutowo wurde in einem Schlosskeller festgehalten, misshandelt und beleidigt. Man zwang ihn, liturgische Handlungen vorzuführen. Anschließend musste er vor der Hinrichtung mit anderen Gefangenen ein Grab ausheben. In seinem Fall verband sich körperliche Gewalt mit religiöser Demütigung. [1]
Wie die Zahl der Exhumierten zu verstehen ist
Mazanowska zitiert die Protokolle der Bergung von Überresten aus dem Jahr 1947: 109 Personen aus neun Gräbern. Geländeschwierigkeiten verhinderten eine vollständige Untersuchung des Gebiets, daher ist dies keine abgeschlossene Bilanz. Gefangene, die zum Töten nach Rudzki Most gebracht wurden, sind gesondert zu berücksichtigen. In Radzim wurden auch Juden ermordet; die Quelle nennt ihre genaue Zahl nicht. Wir stellen die Gesamtsumme deshalb nicht als Zahl ethnischer Polen dar. [2]
Grenzen der Feststellungen
Zwei Veröffentlichungen derselben Forscherin sind keine unabhängigen Bestätigungen. Gelesen wurde der zugängliche Auszug der Monografie, nicht das ganze Buch oder die zitierten Akten. Die Zahl der Exhumierten bestimmt nicht die Nationalität jedes Opfers. [1] [2]
Quellen und Anmerkungen
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Izabela Mazanowska. Egzekucje Polaków w obozie w Radzimiu — fragment monografii „Radzim 1939. Zbrodnie w obozie Selbstschutz Westpreusen”. Instytut Pamięci Narodowej, 2022; fragment udostępniony przez Histmag.org.
Verwendung dieser Quelle: Torturowanie Grochowskiego, udział Daasa, poniżanie i maltretowanie księdza Barry przed egzekucją.
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Izabela Mazanowska — część historyczna. Nowa praca naukowa „Zbrodnia pomorska 1939 – Radzim”. Instytut Pamięci Narodowej, Oddział w Gdańsku.
Verwendung dieser Quelle: Załoga i komendant, warunki, bicie podczas przesłuchań, protokoły ekshumacji, żydowskie ofiary, Rudzki Most i zamknięcie obozu.
Wie wir Quellen bewerten
Die Grundlage bilden vor allem polnische wissenschaftliche Publikationen, Ermittlungsergebnisse, Archive, Museen und dokumentierte Zeugenaussagen. Die Zuverlässigkeit beurteilen wir nach Herkunft des Dokuments, wissenschaftlicher Methode und Überprüfbarkeit der Feststellung. Aussagen von Tätern und Familienüberlieferungen über Täter verlangen einen besonders kritischen Abgleich mit anderem Material. Zwei Seiten derselben Institution können dieselbe Feststellung wiederholen; sie gelten nicht automatisch als unabhängige Bestätigung.
Vollständige Methodik