3 Studien / 54 · Warschau — Altstadt

Długa 7: Tötung Verwundeter und Brand des Krankenhauses

Das Krankenhaus im Raczyński-Palast wurde zum Ort der Ermordung von Menschen, die nicht aus eigener Kraft fortgehen konnten. Die Aussage von Helena Kłosowicz beschreibt nicht nur das Erschießen von Patienten: Die Sanitäterin sah, wie ein lebender Verwundeter mit Benzin übergossen und angezündet wurde. Das veröffentlichte Zeugnis erlaubt, eine konkrete Tat, ihr Opfer und die Person zu benennen, die sie sah. [1]

Redaktionelle Darstellung auf Grundlage der unten genannten Quellen. Quellenprüfung: 5. September 2026.

Opfer und Bilanz
Mehrere hundert Patienten und Angehörige des Personals; die Zeugin nannte etwa 430 im Krankenhaus anwesende Personen, was keine namentliche Bilanz der Getöteten ist.
Täter
Deutsche Soldaten, in Helena Kłosowicz' Aussage als SS-Männer erkannt.
Dokumentierte Methoden
Erschießen wehrloser Verwundeter · Anzünden eines lebenden Patienten mit Benzin — Aussage einer Augenzeugin · Verhinderung der Rettung eines Teils der Patienten

Grundlage der Angaben und ihrer Einschränkungen: [1]

Das Krankenhaus nach dem Rückzug der Aufständischen

Nach dem Zusammenbruch der Verteidigung der Altstadt blieben die Schwerstverwundeten in den Krankenhäusern zurück. Helena Kłosowicz, Sanitäterin „Monika“, gab die Zahl der Kranken im Gebäude Długa 7 mit etwa 430 an. Unter ihnen waren Männer, Frauen und Kinder. Ihre Zahl beschreibt den Zustand der Einrichtung vor dem Massaker; sie darf nicht automatisch in eine Opferzahl umgerechnet werden. Sie sagte am 18. April 1946 unter Eid aus. [1]

Was die Sanitäterin sah

Kłosowicz sagte aus, ein SS-Mann habe einen Verwundeten mit dem Decknamen „Bobik“ mit Benzin übergossen und angezündet. Sie sah auch die Tötung liegender Patienten sowie die Ermordung Janina Różalskas neben ihrem verwundeten Ehemann. Das Zeugnis trennt die Verbrennung eines lebenden Menschen von der späteren Verbrennung von Leichen. Dieser Unterschied ist grundlegend für die Beschreibung der Tatmethode. [1]

Rettungsversuche

Das Museum des Warschauer Aufstands dokumentiert die Handlungen von Barbara Piotrowska und Janina Gruszczyńska: Die Sanitäterinnen blieben freiwillig in der Altstadt und trugen Verwundete aus brennenden Gebäuden an der Kilińskiego- und der Długa-Straße. Ihr Einsatz zeigt, dass sich in von Deutschen besetzten Krankenhäusern noch Menschen befanden, die sofortige Hilfe brauchten. Der Erfolg einzelner Rettungsaktionen bedeutete nicht, dass die übrigen Patienten sicher waren. [2]

Wie die Dokumentation zu lesen ist

Der stärkste Beleg für die beschriebene Methode ist das Protokoll einer bei den Verwundeten anwesenden Person. Der Opferbiogramm auf der Website des Museums enthält dessen Transkription, aber die Aussage stammt von Helena Kłosowicz, nicht von Janina Różalska. Wir sagen dies ausdrücklich, damit Leser das Dokument finden und die Zeugin von der ermordeten Person unterscheiden können. [1]

Grenzen der Feststellungen

Die von der Zeugin genannte Zahl der Anwesenden ist keine Bilanz der Getöteten. Wir schreiben nicht allen Opfern dieselbe Todesart zu und bestimmen auch nicht die Nationalität jeder Person in Hilfseinheiten. [1] [2]

Quellen und Anmerkungen

Verweise an den Absätzen benennen die Grundlage einzelner Feststellungen. Bibliographische Angaben bleiben in ihrer Originalsprache; die Hinweise erläutern die Verwendung jeder Quelle.

Bibliographische Angaben und Hinweise zur Quellennutzung bleiben auf Polnisch, um die originale wissenschaftliche Zitierung zu bewahren.

  1. Helena Kłosowicz. Zeznanie Heleny Kłosowicz z 18 IV 1946 r., przytoczone w biogramie Janiny Różalskiej. Muzeum Powstania Warszawskiego.

    zeznanie świadka · Informacje dodatkowe; nr 74, sygn. 1100/z/VI, k. 1474 · Dostęp: 2026-09-05.

    Verwendung dieser Quelle: Stan szpitala, podpalenie Bobika, mordowanie rannych i personelu.

  2. redakcja MPW. Barbara Piotrowska — Powstańcze Biogramy. Muzeum Powstania Warszawskiego.

    opracowanie instytucjonalne · Szlak bojowy · Dostęp: 2026-09-05.

    Verwendung dieser Quelle: Ratowanie pacjentów przy Kilińskiego 1–3 i Długiej 7.

Wie wir Quellen bewerten

Die Grundlage bilden vor allem polnische wissenschaftliche Publikationen, Ermittlungsergebnisse, Archive, Museen und dokumentierte Zeugenaussagen. Die Zuverlässigkeit beurteilen wir nach Herkunft des Dokuments, wissenschaftlicher Methode und Überprüfbarkeit der Feststellung. Aussagen von Tätern und Familienüberlieferungen über Täter verlangen einen besonders kritischen Abgleich mit anderem Material. Zwei Seiten derselben Institution können dieselbe Feststellung wiederholen; sie gelten nicht automatisch als unabhängige Bestätigung.

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