4 Studien / 54 · Górka Klasztorna bei Łobżenica, Krajna

Górka Klasztorna: Folter und Gewalt im Selbstschutz-Lager

Die Deutschen verwandelten das Kloster in Górka Klasztorna in einen Ort der Haft und Gewalt gegen Polen und polnische Juden. Geistliche wurden geschlagen, Frauen vergewaltigt. Die Beschreibung der besonders grausamen Tötung Anna Jaworskas ist in einer späteren Zeugenaussage überliefert. Der Artikel trennt die Gewalt im Lager selbst von den späteren Hinrichtungen seiner Gefangenen in Paterek. [1] [2] [3]

Redaktionelle Darstellung auf Grundlage der unten genannten Quellen. Quellenprüfung: 5. September 2026.

Opfer und Bilanz
Polnische Geistliche und weitere Gefangene, darunter Anna Jaworska; das Museum nennt für den 24. November auch mindestens 36 polnische Staatsbürger jüdischer Herkunft. Die Zahl aller Gefolterten ist nicht festgestellt.
Täter
Mitglieder des Selbstschutzes aus Łobżenica; Kommandant Harry Schulz. Die Aussage von Jan Topor schreibt den Befehl zur Ermordung Jaworskas einer Gruppe deutscher Täter, darunter Schulz, zu.
Dokumentierte Methoden
Schläge und Misshandlungen inhaftierter Geistlicher · im IPN-Katalog beschriebene Vergewaltigungen von Gefangenen · Tötung Anna Jaworskas durch Zerreißen ihres Körpers — nach der Aussage Jan Topors von 1962

Grundlage der Angaben und ihrer Einschränkungen: [1] [2] [3]

Das Kloster als Ort der Gewalt

Nach einer Studie des Museums des Zweiten Weltkriegs besetzte der örtliche Selbstschutz das Kloster am 23. Oktober 1939 und richtete dort ein Haftlager ein. Harry Schulz wurde Kommandant. Die Deutschen schlugen und misshandelten Geistliche; sie zerstörten auch sakrale Ausstattung und verbrannten Bücher. Die Gewalt begann somit noch vor der Verschleppung eines Teils der Gefangenen zur Hinrichtung. [1]

Der Katalog der IPN-Ausstellung beschreibt die Vergewaltigung inhaftierter Frauen. Er berichtet, dass ein deutsches Gericht Schulz 1940 wegen als „Rassenschande“ eingestufter Vergewaltigungen verurteilte und ein polnisches Gericht nach dem Krieg gegen ihn die Todesstrafe verhängte. Diese Informationen sind jedoch kein Namensverzeichnis der geschädigten Frauen. [2]

Anna Jaworska in der Aussage Jan Topors

Tomasz Ceran zitiert eine Aussage Jan Topors vom 5. Oktober 1962. Der Zeuge erklärte, er habe am 24. November 1939 gesehen, wie Anna Jaworska mit Seilen durch Zerreißen ihres Körpers getötet wurde. Ihm zufolge zwangen deutsche Täter jüdische Gefangene dazu und versprachen ihnen die Freilassung; anschließend erschossen sie auch diese. Es handelte sich um Menschen unter Zwang der Täter, nicht um eine freiwillige Hinrichtungseinheit. [3]

Dies ist eine konkrete Aussage eines Augenzeugen, die jedoch 23 Jahre nach dem Ereignis aufgenommen wurde. Der Essay verweist auf ein Protokoll im Archiv des West-Instituts. Wir stellen diese Beschreibung weder als Ergebnis einer eigenen Lektüre der Originalakten noch als durch mehrere unabhängige Zeugen bestätigte Tatsache dar. [3]

Górka Klasztorna ist nicht Paterek

Das Museum unterscheidet den Mord vom 24. November auf dem Klostergelände von der Verschleppung von 30 Priestern und Ordensbrüdern, die in der Nacht vom 11. auf den 12. November in Paterek erschossen wurden. Die Opfer von Paterek zählen wir nicht zu den am Ort in Górka Klasztorna Getöteten. Auch geben wir keine zusammengefasste Bilanz aller Folterungen und Lagermorde an. [1]

Grenzen der Feststellungen

Die detaillierte Tötungsmethode Jaworskas ist die vom Historiker zitierte Aussage Jan Topors aus dem Jahr 1962, nicht das Ergebnis unserer Recherche im Originalprotokoll. Die Museumspublikation und der Essay verwenden dieselbe Aussage; sie sind keine zwei unabhängigen Zeugnisse. Wir verallgemeinern sie nicht auf alle Gefangenen und addieren die Opfer von Paterek nicht zur lokalen Bilanz. [1] [2] [3]

Quellen und Anmerkungen

Verweise an den Absätzen benennen die Grundlage einzelner Feststellungen. Bibliographische Angaben bleiben in ihrer Originalsprache; die Hinweise erläutern die Verwendung jeder Quelle.

Bibliographische Angaben und Hinweise zur Quellennutzung bleiben auf Polnisch, um die originale wissenschaftliche Zitierung zu bewahren.

  1. Tomasz Ceran. Górka Klasztorna – Zbrodnia pomorska 1939. Muzeum II Wojny Światowej w Gdańsku, Polska Hekatomba.

    opracowanie instytucjonalne · Sekcje „Ofiary”, „Sprawcy” i „Okoliczności zbrodni”; odczytano też przytoczoną relację i wykaz źródeł. · Dostęp: 2026-09-05.

    Verwendung dieser Quelle: Zajęcie klasztoru, Schulz, bicie duchownych, lokalne ofiary 24 listopada i odrębny los duchownych w Paterku.

  2. Izabela Mazanowska, Tomasz Sylwiusz Ceran. Zapomniani kaci Hitlera. „Samoobrona” Niemiecka na Pomorzu Gdańskim (Selbstschutz Westpreussen) w 1939 r. Katalog wystawy. IPN, Bydgoszcz 2015.

    opracowanie instytucjonalne · S. 24, sekcja „Morderca z Łobżenicy”; sprawdzono także metrykę autorstwa. · Dostęp: 2026-09-05.

    Verwendung dieser Quelle: Gwałty na uwięzionych kobietach oraz niemieckie i polskie postępowania przeciw Schulzowi.

  3. Tomasz Ceran; przytoczone zeznanie Jana Topora. Zbrodnia pomorska 1939. Esej dla nauczycieli. IPN, Bydgoszcz–Gdańsk–Warszawa 2019.

    opracowanie instytucjonalne · 35. strona pliku PDF, sekcja „Pomorze ’39 i Wołyń ’43”, przytoczona relacja i przypis 151: AIZ, Dok III/114, protokół 5 X 1962, k. 1–3. · Dostęp: 2026-09-05.

    Verwendung dieser Quelle: Źródło, data i treść zeznania o śmierci Jaworskiej; niemiecki rozkaz i przymus wobec więźniów.

Wie wir Quellen bewerten

Die Grundlage bilden vor allem polnische wissenschaftliche Publikationen, Ermittlungsergebnisse, Archive, Museen und dokumentierte Zeugenaussagen. Die Zuverlässigkeit beurteilen wir nach Herkunft des Dokuments, wissenschaftlicher Methode und Überprüfbarkeit der Feststellung. Aussagen von Tätern und Familienüberlieferungen über Täter verlangen einen besonders kritischen Abgleich mit anderem Material. Zwei Seiten derselben Institution können dieselbe Feststellung wiederholen; sie gelten nicht automatisch als unabhängige Bestätigung.

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