44 Studien / 54 · Großpolen: Owińska, Poznań, Wälder bei Rożnowo
Owińska: Patienten im Fort VII und bei Rożnowo mit Gas ermordet
Oktober–November 1939 · Tötung von Kranken, Lagergewalt und Experimente
Das Krankenhaus in Owińska wurde zu einem Ort, von dem wehrlose Menschen in den Tod verschleppt wurden. Deutsche Funktionäre ermordeten Patienten im Posener Fort VII und in einem Gaswagen in den Wäldern bei Rożnowo. Die staatsanwaltschaftlichen Feststellungen beschreiben eine organisierte Aktion gegen polnische Kranke, keine militärische Exekution. Ihre letzte Phase bestand in der Zerstörung der Gräber und der Verbrennung der Leichen. [1]
Redaktionelle Darstellung auf Grundlage der unten genannten Quellen. Quellenprüfung: 5. September 2026.
- Opfer und Bilanz
- Etwa 1.000 polnische Patienten; die 2016 abgeschlossenen Ermittlungen stellten die Identität von 22 Personen fest.
- Täter
- Sonderkommando Lange I unter Herbert Lange; die deutsche Krankenhausverwaltung und die Wachmannschaft des Forts VII.
- Dokumentierte Methoden
- Auswahl von Patienten und Zwangstransporte · Tötung mit Kohlenmonoxid in einer festen Kammer und in einem Fahrzeug · Spurenbeseitigung durch Verbrennung der Leichen
Vom Krankenhaus zum Transport
Nach den Feststellungen des Verfahrens S.83/13/Zn wurden zwischen Mitte Oktober und Ende November 1939 etwa tausend polnische Patienten ermordet. Die Opfer wurden anhand von Listen ausgewählt. Widerstrebenden gab man Beruhigungsmittel; beim Verladen wurde Gewalt angewandt. Kinder wurden zuletzt abtransportiert. An der Erstellung der Listen waren die deutschen Ärzte Johannes Banse und Otto Meineke beteiligt. [1]
Zwei Orte eines Verbrechens
Das Museum des Forts VII beschreibt eine in einer ehemaligen Artillerie-Feuerwache eingerichtete Kammer: Fugen wurden mit Lehm abgedichtet, Kohlenmonoxid aus außerhalb stehenden Flaschen zugeführt. Die Einrichtung nennt etwa 300 dort ermordete Patienten aus Owińska. Dies ist Teil der Gesamtzahl der Opfer des Krankenhauses, keine zusätzliche Gruppe. In demselben Objekt wurden auch 27 Kranke des städtischen Krankenhauses Poznań getötet; ihr Schicksal ist eine eigene Episode. [2]
Die Ermittlungen ergaben, dass weitere Gruppen lebend in die Wälder bei Rożnowo gebracht und dort in ein zum Vergasen dienendes Fahrzeug gebracht wurden. Polnische Häftlinge wurden gezwungen, Leichen zu entfernen und an den Gräbern zu arbeiten. [1]
Spuren vernichtet, Namen wiedergewonnen
1944 gruben die Täter Leichen aus, verbrannten sie und verstreuten die Asche. Die Zerstörung von Akten und Gräbern erklärt die geschätzte Bilanz: Bis zum Abschluss der Ermittlungen 2016 waren nur 22 Opfer identifiziert. Das Verfahren wurde wegen des Todes festgestellter Täter und der Nichtfeststellung weiterer Täter eingestellt, nicht weil das Verbrechen angezweifelt wurde. [1]
Grenzen der Feststellungen
Die Zahl von etwa 1.000 ist eine Ermittlungsschätzung, keine vollständige Namensliste. Die etwa 300 Opfer des Forts VII dürfen nicht zur Bilanz von Owińska hinzugezählt werden. Die genauen Daten einzelner Transporte bleiben teilweise ungeklärt. [1] [2]
Quellen und Anmerkungen
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Sylwester Napieralski. Zakończenie śledztwa w sprawie zamordowania około 1000 pacjentów Zakładu Psychiatrycznego w Owińskach. IPN, Oddziałowa Komisja w Poznaniu.
Verwendung dieser Quelle: Bilans, narodowość, wybór ofiar, transporty, gazowanie i niszczenie śladów.
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opracowanie muzealne. Uruchomienie komory gazowej w Forcie VII. Muzeum Martyrologii Wielkopolan – Fort VII.
Verwendung dieser Quelle: Mechanizm komory oraz rozróżnienie pacjentów Owińsk i szpitala poznańskiego.
Wie wir Quellen bewerten
Die Grundlage bilden vor allem polnische wissenschaftliche Publikationen, Ermittlungsergebnisse, Archive, Museen und dokumentierte Zeugenaussagen. Die Zuverlässigkeit beurteilen wir nach Herkunft des Dokuments, wissenschaftlicher Methode und Überprüfbarkeit der Feststellung. Aussagen von Tätern und Familienüberlieferungen über Täter verlangen einen besonders kritischen Abgleich mit anderem Material. Zwei Seiten derselben Institution können dieselbe Feststellung wiederholen; sie gelten nicht automatisch als unabhängige Bestätigung.
Vollständige Methodik