Jahrestage im Mai: 12 quellengebundene Ereignisse zu Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg, Holocaust, Besatzung, Widerstand, Befreiung und Aufarbeitung der Täter. Die Einträge ordnen jedes Datum historisch ein und verknüpfen es mit dokumentierten Täterprofilen, sofern der Zusammenhang belegt ist.
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4. Mai
4. Mai1942Lager und HolocaustAuschwitz II-Birkenau
Erste Selektion in Birkenau
Am 4. Mai 1942 führte die SS in Birkenau die erste Selektion durch; die ausgewählten Häftlinge wurden anschließend in einer Gaskammer ermordet.
Das Ereignis gehörte zur Entwicklung von Auschwitz II-Birkenau zu einem Ort des Massenmordes.
Eine präzise und nicht sensationsheischende Beschreibung der Selektion hält die Opfer als handelnde Subjekte sichtbar und benennt zugleich die Täter eindeutig.
Am 10. Mai 1933 wurden in zahlreichen deutschen Städten Bücher öffentlich verbrannt, die von den Nationalsozialisten als „undeutsch“ eingestuft wurden.
Der Angriff auf die Kultur diente der Zensur und der symbolischen Entfernung unerwünschter Stimmen aus dem öffentlichen Raum.
Die Bücherverbrennungen zeigen den Weg von der Verfolgung von Ideen und kulturellem Schaffen zur Verfolgung von Menschen.
Deutscher Angriff auf Westeuropa und Wechsel des britischen Premierministers
Am 10. Mai 1940 griff Deutschland Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg an; zugleich wurde Churchill Premierminister des Vereinigten Königreichs.
Am selben Tag begann eine neue Phase des Blitzkriegs, und in einem der alliierten Staaten wechselte die politische Führung.
Das Zusammentreffen dieser Ereignisse verdeutlicht den militärischen Umbruch im Westen und den gleichzeitigen Wechsel der britischen Führung.
15. Mai–9. Juli1944Ghettos und DeportationenUngarn / Auschwitz
Massendeportationen der Juden aus Ungarn nach Auschwitz
Vom 15. Mai bis zum 9. Juli 1944 wurden etwa 440.000 Juden aus Ungarn deportiert, hauptsächlich nach Auschwitz-Birkenau.
Kennzeichnend für die Aktion waren das hohe Tempo der Transporte, die Selektionen im Lager und die Mitwirkung der ungarischen Verwaltung.
Diese Aktion zeigt, wie ein effizienter Staatsapparat die rasche Durchführung von Massendeportationen ermöglichte.
Verknüpfte Täterprofile (7)
Adolf Eichmanndirekter oder funktionaler Bezug: Leiter des Referats IV B4 im RSHA, Hauptlogistiker der Deportationen von Juden zu ihrer Ermordung
Edmund Veesenmayerdirekter oder funktionaler Bezug: Reichsbevollmächtigter in Ungarn; überwachte die Deportation von ca. 437.000 Juden nach Auschwitz
Dieter Wislicenydirekter oder funktionaler Bezug: SS-Offizier, Stellvertreter Eichmanns; Organisator der Deportationen von Juden aus der Slowakei, Griechenland und Ungarn
Hermann Krumeydirekter oder funktionaler Bezug: Leiter der Dienststelle der Umwandererzentralstelle in Łódź, verantwortlich für die operative Durchführung der Vertreibungen aus der Region Zamość
Franz Novakdirekter oder funktionaler Bezug: Fachmann für die Eisenbahnfahrpläne der Deportationen in Eichmanns Referat IV B4 im RSHA
Theodor Danneckerdirekter oder funktionaler Bezug: Spezialist Eichmanns für die Deportation von Juden aus Frankreich, Bulgarien, Italien und Ungarn
Rudolf Hössdirekter oder funktionaler Bezug: Kommandant des Lagers Auschwitz; Schöpfer der industriellen Vernichtungsmaschinerie, 1947 hingerichtet.
Sprengung der Großen Synagoge und Erklärung der Niederschlagung des Aufstands
Am 16. Mai 1943 sprengten die Deutschen die Große Synagoge an der Tłomackie-Straße und erklärten den Aufstand im Warschauer Ghetto für niedergeschlagen.
Die Zerstörung der Synagoge sollte die deutsche Aktion gegen die Aufständischen symbolisch abschließen.
Dies war das symbolische Ende der Schlacht, nicht jedoch das Ende des jüdischen Widerstands oder des Lebens im Versteck.
16. Mai1944Lager und HolocaustAuschwitz II-Birkenau
Inbetriebnahme der Rampe innerhalb von Birkenau
Am 16. Mai 1944 wurde die Rampe innerhalb von Birkenau in Betrieb genommen, wodurch Deportierte vermehrt unmittelbar zu den Gaskammern gebracht wurden.
Die Inbetriebnahme der Rampe fiel mit den Massendeportationen der Juden aus Ungarn zusammen.
Die Rampe verdeutlicht die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur für die Organisation des Massenmordes.