Jahrestage im Januar: 11 quellengebundene Ereignisse zu Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg, Holocaust, Besatzung, Widerstand, Befreiung und Aufarbeitung der Täter. Die Einträge ordnen jedes Datum historisch ein und verknüpfen es mit dokumentierten Täterprofilen, sofern der Zusammenhang belegt ist.
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6. Januar
6. Januar1945Lager und HolocaustAuschwitz, besetztes Polen
Vier weibliche Häftlinge wegen Hilfe bei der Vorbereitung des Sonderkommando-Aufstands hingerichtet
Am 6. Januar 1945 führten die Deutschen die letzte öffentliche Hinrichtung im KZ Auschwitz durch. Dabei erhängten sie auch vier weibliche Häftlinge, weil diese bei der Vorbereitung des Aufstands des Sonderkommandos geholfen hatten.
Das Ereignis fand in Auschwitz auf besetztem polnischem Gebiet statt und zeigt die Handlungsmacht der am Lagerwiderstand beteiligten weiblichen Häftlinge.
Ihr Tod erinnert an den Preis der Solidarität und des Handelns unter den Bedingungen des Lagerterrors.
Wannsee-Konferenz und administrative Koordinierung des Holocaust
Am 20. Januar 1942 koordinierte die Wannsee-Konferenz die administrative Umsetzung der europäischen „Endlösung der Judenfrage“.
Das Treffen in Berlin veranschaulicht die Beteiligung der Bürokratie an der Organisation eines Völkermordes, der bereits im Gange war.
Die Bedeutung der Konferenz liegt in der Koordinierung des Staatsapparates und nicht in der angeblichen erstmaligen Entscheidung über den Holocaust an diesem Ort.
Verknüpfte Täterprofile (10)
Reinhard Heydrichdirekter oder funktionaler Bezug: Leiter des RSHA und einer der Hauptarchitekten des Holocaust
Adolf Eichmanndirekter oder funktionaler Bezug: Leiter des Referats IV B4 im RSHA, Hauptlogistiker der Deportationen von Juden zu ihrer Ermordung
Wilhelm Stuckartdirekter oder funktionaler Bezug: Staatssekretär im Reichsministerium des Innern; Mitverfasser der Nürnberger Gesetze und Teilnehmer der Wannsee-Konferenz
Gerhard Klopferdirekter oder funktionaler Bezug: Staatssekretär der Parteikanzlei der NSDAP, Bormanns Stellvertreter und Teilnehmer der Wannsee-Konferenz
Josef Bühlerdirekter oder funktionaler Bezug: Staatssekretär und Stellvertreter Hans Franks im Generalgouvernement
Rudolf Langedirekter oder funktionaler Bezug: Kommandeur des Einsatzkommandos 2 und KdS in Lettland; Teilnehmer der Wannsee-Konferenz
Eberhard Schöngarthdirekter oder funktionaler Bezug: Befehlshaber der Sipo und des SD im Generalgouvernement
Heinrich Müllerdirekter oder funktionaler Bezug: Leiter der Gestapo (Amt IV des RSHA) 1939–1945; 1945 verschwunden und nie vor Gericht gestellt
Otto Hofmanndirekter oder funktionaler Bezug: Leiter des Rasse- und Siedlungshauptamtes der SS
Roland Freislerdirekter oder funktionaler Bezug: Präsident des nationalsozialistischen Volksgerichtshofs; Symbol des politischen Justizterrors
27. Januar1945 / seit 2005GedenkenAuschwitz / Welt
Befreiung von Auschwitz und Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust
Am 27. Januar 1945 wurde der Lagerkomplex Auschwitz befreit; seit 2005 ist dieses Datum mit dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust verbunden.
Der befreite Lagerkomplex Auschwitz wurde weltweit zu einem Bezugspunkt des Gedenkens.
Die jährlichen Gedenkveranstaltungen ermöglichen es, zu den Geschichten der Opfer zurückzukehren und die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust zu erneuern.
Hitlers Drohung mit der Vernichtung der europäischen Juden
Am 30. Januar 1939 drohte Hitler in einer Reichstagsrede den europäischen Juden im Falle eines Weltkrieges mit der Vernichtung.
Die von Berlin aus an ein Publikum in Deutschland und Europa gerichtete Äußerung verband eine politische Drohung mit der Propagandasprache des Regimes.
Spätere propagandistische Rückgriffe auf diese Ankündigung zeigen, wie das Regime seine eigene Drohung während des Krieges einsetzte.